Ischler Taler

Bei meiner Weihnachtsbäckerei gibt es einige Kekssorten, die jedes Jahr dabei sind: Vanillekipferl, Linzer Augen, Rosenherzen, Nussecken und Kokosecken sind Fixstarter, ohne die geht gar nichts. Bei den anderen Sorten variiere ich nach Lust und Laune. Heuer sind nach einer mehrjährigen Pause wieder Ischler Taler dabei. Ein bisschen Abwechlsung auf dem Keksteller muss sein, finde ich, sonst wird es ja langweilig!

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Das Rezept stammt aus Die süße Küche: Das österreichische Mehlspeiskochbuch* von Toni Mörwald und Christoph Wagner. Darin findet sich ein kleines, aber äußerst feines Kapitel mit Weihnachtskeksen. Aus diesem Buch stammt übrigens auch das Rezept für die genialen Wachauer Krapferln, meine absoluten Favoriten unter all meinen Lieblingskeksen mit ihrer zarten Buttercreme und dem feinen Schokomürbteig. Ich gerate schon ins Schwärmen, wenn ich nur daran denke!

Ischler Taler sind in Österreich nicht unbedingt Weihnachtskekse, sondern richtige Klassiker, die es das ganze Jahr gibt. Sie bestehen aus zwei gefüllten und mit Schokoladeglasur verzierten Mürbteigkeksen und schmecken einfach köstlich.  In Konditoreien findet man verschiedene Varianten, mal mit Marillenmarmelade, mal mit Ribiselmarmelade, manchmal verziert, manchmal nicht.

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Laut Buch sind Ischler Taler eine Variante der Ischler Krapferl, die statt mit Marmelade mit Buttercreme gefüllt und mit einer halbierten Mandel in der Schokoladeglasur verziert werden – und die wohl zu den Lieblingssüßigkeiten von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Sisi gehörten. Ich bin also in guter Gesellschaft. Ich mag sie jedenfalls alle, ob mit Marmelade oder Buttercreme, ob Taler oder Krapferl!

Diese Ischler Taler hier bestehen jedenfalls aus einem zarten Haselnussmürbteig, sind mit Marillenmarmelade gefüllt und mit Schokoladeglasur überzogen. Einfach und gut.

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Wer mag, verziert die Kekse mit halbierten Mandeln oder gehackten Pistazien. Ich habe das nicht gemacht, weil ich mich an das Rezept halten wollte und auch die Einfachheit des Rezepts unterstreichen wollte.

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Eines muss ich noch loswerden. Ich musste die Mürbteigkekse zwei Mal backen, weil die erste Partie nicht schmeckte. Die Haselnüsse, die ich verwendet habe, waren so schlecht, dass die Kekse nicht mehr zu retten waren. Dabei waren sie frisch gekauft und mit Ablaufdatum im nächsten Sommer! Sie schmeckten auch nicht ranzig oder abgelaufen, sondern irgendwie muffig, merkwürdig, nicht nach Haselnüssen. Von dieser Marke werde ich garantiert nichts mehr kaufen.

Ich habe lieber ein zweites Mal gebacken, als diese Kekse weiterzuverarbeiten. Dabei musste ich 40 g Haselnüsse durch Mandeln ersetzen, weil ich nicht so viele Haselnüsse daheim hatte. Am Geschmack hat dieser kleine Anteil aber nichts verändert.

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Überhaupt kommt mir vor, dass heuer ein schlechtes Jahr für Nüsse ist. Die Nüsse von der anderen Marke schmeckten besser, aber immer noch nicht so gut wie sonst. Über die Preise mag ich gar nicht reden.

Auch das ist ein Grund, heuer andere Weihnachtskekse zu backen als sonst. Wenn die Qualität der Zutaten nicht passt, schmeckt auch das Endprodukt nicht. Dann ist es schade um die viele Arbeit.

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Mein nächstes Keksrezept wird jedenfalls garantiert eines ohne Nüsse!

Ischler Taler

  • Portionen: Je nach Größe ca. 30 Stück
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Zutaten

240 g Mehl
240 g Butter (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
140 g Staubzucker
170 g geriebene Haselnüsse
1 Messerspitze Zimt
Ca. ein halbes Glas Marillenmarmelade
ca. 150 g dunkle Schokolade, laktosefrei
1 EL Butter (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
1 TL Kokosfett / Ceres

Zubereitung
1. Backbleche mit Backpapier belegen. Backrohr vorheizen aus 150° C Umluft oder 160° C Ober-/Unterhitze.
2. Mehl, Staubzucker, Haselnüsse und Zimt vermischen. Die Butter in kleinen Stücken dazu geben. Mit der Küchenmaschine mit dem Knethaken oder von Hand zu einem Mürbteig verkneten. 30 Minuten kühl rasten lassen.
3. Den Mürbteig kurz durchkneten und auf der bemehlten Arbeitsfläche ca. 3 mm dick ausrollen. Mit einem runden Ausstecher Scheiben in der gewünschten Größe ausstechen (ich: 5 cm). Die Scheiben auf die Backbleche setzen und ca. 15 Minuten backen. Die Kekse sollten nicht braun werden, sondern hell bleiben. Die Kekse auf Backgittern auskühlen lassen.
4. Jeweils ein Keks auf der glatten Unterseite mit Marillenmarmelade bestreichen, ein zweites Keks daraufsetzen.
5. Für die Schokoladeglasur die Schokolade klein hacken und zusammen mit der Butter und dem Kokosfett bei niedriger Hitze zu einer glatten Schokoladeglasur schmelzen. Dabei immer wieder umrühren. Die Ischler Taler entweder kopfüber in die Glasur tunken oder damit bepinseln und auf ein Kuchengitter setzen, bis die Glasur fest ist.

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Die Ischler Taler in eine Keksdose schichten, dabei jede Schicht mit passend zugeschnittenem Backpapier bedecken. Kühl aufbewahren.

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10 Comments

  1. Liebe Eva,
    Deine Kekse sind immer eine Besonderheit und immer einfach meisterlich sauber gearbeitet. Umso trauriger, dass du Pech mit den Nüssen hattest. Ich bin ja kein so großer Haselnuss Fan. Kann ich die Kekse auch mit Mandeln backen? Bestimmt, oder?
    Ich wünsche dir noch einen richtig schönen Abend
    Liebe Grüße Maren

    • Eva Dragosits

      Liebe Maren,
      danke 🙂 ! So sauber wie sonst sind sie diesmal eigentlich nicht geworden, aber da bin ich aber zugegebenermaßen immer sehr streng mit mir 😉 !
      Mit Mandelmürbteig schmecken die Kekse sicher auch sehr gut! Oft sieht man sie auch mit ganz normalem hellen Mürbteig ohne Nüsse oder Mandeln! Liebe Grüße und einen guten Start in die nächste Woche!
      Eva

  2. Liebe Eva, ich muss gestehen…Ischler Taler habe ich weder selber gebacken noch gegessen. Und das obwohl ich seit 5 Jahren in Österreich lebe. Muss ich unbedingt ändern, vor allem da, dass Rezept so einfach ist.
    LG, Diana

    • Eva Dragosits

      Das solltest du wirklich nachholen! Ganz egal, welche Variante, die Ischler schmecken immer. Vorausgesetzt, die Zutaten sind hochwertig; mit Schokolade oder Fett von minderer Qualität wird das beste Rezezpt nicht funktionieren. Da kann man manchmal beim Kauf böse Überraschungen erleben.
      Ich wusste gar nicht, dass du nicht aus Österreich bist! Aus deinen Rezepten hätte ich geschlossen, dass du waschechte Österreicherin bist!
      Liebe Grüße
      Eva

  3. Ischler gehören schon seit Jahren zu meinen Lieblingsplätzchen, ich hab das Rezept aus dem Generationenübergreifenden Bayrischen Kochbuch. Bei uns gehört noch Pistatzien auf die Schokolade. Hmmm lecker

    Liebe Grüße
    Petra

    • Eva Dragosits

      Oh, ein Kochbuch, das ich noch nicht kenne – danke für den Tipp 🙂 ! Mit Pistazien oben drauf schmecken sie sicher großartig! Muss ich mal probieren!
      Liebe Grüße und einen schönen Advent!
      Eva

  4. Die sehen richtig “nobel” und wirklich fein aus.
    Lg Elli

  5. Hallo,
    ich war neulich in der nähe von Darmstatt, dort habe ich ein Schokladenladen für mich endeckt. Leider ist jetzt mein Vorrat an Schokolade aufgebraucht. Ich wollte mal nachfragen, ob es in der Theory möglich wäre Pralinen “nachzumachen”. Kenn Ihr die Praline Amaretto Dunkel? In dem Link findet Ihr die Praline. http://www.shokotraum.com/Home/Assortment . Ich hoffe, dass es hierfür ein Rezept gibt 🙁

    lg

    Tanja

    • Eva Dragosits

      Hallo Tanja,
      ich fürchte, mit dieser Frage bist du bei mir nicht richtig 🙁 . Pralinen sind nicht wirklich mein Thema, ich kann dir bezüglich Rezept leider nicht weiterhelfen.
      Aber natürlich kann man Pralinen prinzipiell selber machen 🙂 ! Nur ist das viel Arbeit und nicht ganz einfach. Vielleicht findest du ja einen Blog, der sich dem Thema widmet?
      Liebe Grüße,
      Eva

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