Kürbiskerntorte

Kürbiskerntorte

Mir ist etwas ganz Doofes passiert: Ich habe keinen Appetit mehr auf Süßes! Für jemanden, der leidenschaftlich gerne bäckt und einen Backblog betreibt, ist das nicht gut. Die Lust am Backen ist mir immerhin geblieben. Ich backe also fröhlich weiter – und freue mich, wenn meine Kürbiskerntorte anderen schmeckt!

Kürbiskerntorte

Das Rezept für die Kürbiskerntorte habe ich aus Die Österreichische Küche* (Werbung) von Adi Bittermann, Ingrid Pernkopf und Renate Wagner-Wittula. Kürbiskerntorte hat mich bisher nie interessiert, genauso wenig wie Kürbiskernkekse oder Kürbiskernkipferln. Ich mochte den Geschmack von Kürbiskernen in Gebäck einfach nicht.

Kürbiskerntorte

Umso merkwürdiger, dass mich dieses Rezept  schon beim ersten Durchlesen so faszinierte. Plötzlich konnte ich mich mit dem Gedanken an eine herbe Kürbiskerntorte anfreunden. Und zwar so sehr, dass ich beim nächsten Einkauf Kürbiskerne kaufte. Nur für den Fall, dass ich die Kürbiskerntorte tatsächlich backen würde. Was schon am nächsten Tag der Fall war. Meine “Zwangsneurose” (wie es ein Freund mal nannte…) hatte wieder zugeschlagen – ich musste einfach backen, basta.

Ich kann gar nicht genau sagen, was mich an dem Rezept so sehr ansprach, dass ich es unbedingt ausprobieren wollte. Der Teig ist ein ganz gewöhnlicher Biskuitteig, nur eben mit Kürbiskernen als Hauptzutat, ergänzt von etwas Mehl und Semmelbröseln. Nichts Besonderes also.

Kürbiskerntorte

Außerdem ist die Kürbiskerntorte wirklich einfach in der Zubereitung, ohne viele Zutaten oder viel Aufwand oder Schnickschnack. Wahrscheinlich war es genau das, was ich mich ansprach: Ich wollte herausfinden, ob etwas so Simples auch gut sein konnte. So recht vorstellen konnte ich es mir ehrlich gesagt nicht.

Jetzt weiß ich es besser: Die Kürbiskerntorte schmeckt richtig, richtig gut! Der Boden ist ausgesprochen leicht, locker, flaumig und gleichzeitig saftig; die Kürbiskerne geben einen angenehmen Biss und einen feinen nussigen Geschmack. Der Boden ist auch nicht zu süß. Ein schnelles, tolles Rezept!

Die säuerliche Marmelade und die dicke Schokoladeglasur ergänzen den feinen Geschmack des Bodens ganz hervorragend. Die Kürbiskerntorte brachte meinen Appetit auf Süßes zurück!

Kürbiskerntorte

Ein paar Worte noch zur Zubereitung: Die Kürbiskerne habe ich mit meinem Stabmixer zerkleinert. Ich habe beim Zubehör einen kleinen Behälter dabei, in dem zwei scharfe Messer rotieren. Der bekam die Kerne blitzschnell zerkleinert. Eine gewöhnliche Nussmühle müsste die Kerne aber ebenfalls zerkleinern können.

Beim Backen war ich dann sehr skeptisch, ob die Kürbiskerntorte gelingen würd. Sie ging nicht auf, sondern sank ein! Normalerweise geht bei mir Biskuitteig beim Backen immer enorm auf, und ich muss nach dem Abkühlen eine große Kuppel abschneiden, um eine glatte Oberfläche zu erhalten.

Ich dachte schon, die Kürbiskerntorte wäre sitzengeblieben. Aber nein, sie war durchgebacken und sehr flaumig. Ich musste diesmal außen einen höheren Rand wegschneiden, um die glatte Oberfläche zu bekommen.

Kürbiskerntorte

Die Kürbiskerntorte sank auch nach der Fertigstellung und nach dem Anschnitt und überhaupt von Tag zu Tag mehr zusammen. Sie blieb aber saftig und schmeckte auch am dritten und vierten Tag genauso toll wie am ersten Tag. Lasst euch also nicht abschrecken, falls sie bei euch nicht aufgehen sollte!

Gefüllt habe ich die die Kürbiskerntorte übrigens mit Blutpflaumenmarmelade von der eigenen Blutpflaume und nicht wie im Rezept angegeben mit Ribisel-/Johannisbeermarmelade. Ich muss bis zur neuen Ernte im Herbst die Reste meiner Blutpflaumenmarmelade aufbrauchen und habe daher diese Gelegenheit genutzt. Ihr könnt die Ribiselmarmelade sicher durch jede säuerliche Marmelade ersetzen, da müsste eigentlich alles gehen!

Kürbiskerntorte

Bei der Dekoration könnt ihr euch austoben: Gehackte Kürbiskerne, Kürbiskrokant, Zuckerperlen, Schokodekor, alles ist möglich! Ich hätte am liebsten Stücke aus Kürbiskrokant aufgesetzt, hatte aber leider keine Kürbiskerne mehr. Daher habe ich mich für ein dicke Schicht geraspelte Schokolade entschieden – hat gepasst!

Falls ihr euch fragt, warum ich euch diesmal kein Stück der Torte vor dem Anschnitt zeige: Der Sohn konnte nicht warten…

Kürbiskerntorte

  • Portionen: 1 Tortenform mit 23 cm Durchmesser
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Zutaten
7 Eier
150 g Zucker
200 g fein geriebene Kürbiskerne
50 g Semmelbrösel
30 g Mehl
Ribiselmarmelade (ich: Blutpflaumenmarmelade – vom eigenen Strauch)
150 g + 20 g dunkle Schokolade, laktosefrei
1 EL Ceres / Palmin

Zubereitung
1. Backrohr auf 170° Umluft vorheizen. Eine Tortenform mit 23 cm Durchmesser befetten und mit Mehl ausstreuen.
2. Die Eier und den Zucker mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer so lange schlagen, bis die Masse hell und dick schaumig ist; ca. 15-20 Minuten. Geriebene Kürbiskerne, Mehl und Brösel vermischen und unter die Masse heben. Den Teig in die vorbereitete Tortenform füllen und ca. 35 Minuten backen. Stäbchenprobe machen: An einem in den Teig gesteckten Holzstäbchen darf kein Teig hängen bleiben. Die Torte aus dem Backrohr nehmen und komplett auskühlen lassen.
3. Die Torte horizontal durchschneiden und mit Marmelade füllen. Den Deckel aufsetzen und die Torte außen komplett mit Marmelade bestreichen.
4. Die 150 g Schokolade in kleine Stücke hacken und zusammen mit der Ceres / dem Palmin in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze schmelzen lassen. Immer wieder umrühren. Wenn die Schokoladeglasur glatt ist, die Torte damit überziehen.
5. Mit dem Sparschäler von den 20 g Schokolade Raspeln direkt auf die noch warme Glasur schälen.

Kürbiskerntorte

Lasst es euch schmecken!

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