Schokoknoten

Schokoknoten

Osterzeit ist Hefeteig-Zeit! Da will ich natürlich auch ein Rezept beisteuern. Wie wär´s mit flaumigen Schokoknoten zum Osterfrühstück? Oder zur Osterjause? Oder einfach mal während des Jahres, ganz ohne Ostern? Die Schokoknoten sind so köstlich und flaumig, die schmecken immer!

Schokoknoten

Das Rezept für diese Schokoknoten verdanke ich einem unerwarteten Fund: Kürzlich ist mein handgeschriebenes Rezeptbuch aus der Studienzeit wieder aufgetaucht! Es hatte sich irgendwo im Elternhaus versteckt. Ich habe mich riesig gefreut, als ich es nach so langer Zeit in den Händen hielt!

Als ich studierte, gab´s noch keine Computer, kein Internet und keine Blogs. Rezepte zu sammeln war ein Aufwand. Wenn mir ein Kuchen schmeckte, musste ich nach dem Rezept fragen. Dann hoffte ich, dass ich es auch bekam. Da musste ich dranbleiben und manchmal richtig oft nachfragen!

Wenn alles klappte, durfte ich das Rezept abschreiben. Oder ich bekam es diktiert, persönlich oder am Telefon. Oder ich erhielt irgendwann einen handgeschriebenen Zettel mit mehr oder weniger ausführlichen Angaben.

Damit meine mühsam ergatterten Lieblingszrezepte nicht verloren gingen, schrieb ich sie in mein Rezeptbuch. Da tummelten sich Familienrezepte, Rezepte von Freunden, Rezepte aus Zeitschriften und Backbüchern. Als ich das Buch durchblätterte, waren sie sofort wieder da, die Geschmackserlebnisse von damals!.

Eines der Rezepte war ein Rezept für Früchtebrot. Während meines Studiums in Innsbruck war ich als Begleitperson einer Schülergruppe eine Woche lang in Rom, im Frühling. Es war nass, kalt und regnerisch. Ein Schüler hatte als Proviant einige große Kugeln Früchtebrot aus Hefeteig mit, mit vielen Nüsse und Trockenobst. Er teilte großzügig – bei der Kälte und den ausgedehnten Besichtigungstouren waren wir alle froh um die Extra-Kalorien.

Ich fand das Früchtebrot richtig lecker. Außerdem war es auch nach Tagen noch saftig und flaumig. Der perfekte Proviant also für Reisen oder Bergtouren.

Ich bat um das Rezept, bekam es und schrieb es in meinem Rezeptbuch auf. Im Lauf der Jahre habe ich das Rezeptbuch komplett vergessen, das Früchtebrot aber nicht. Nur wusste ich nicht mehr, wo ich das Rezept aufgeschrieben hatte.

Schokoknoten

Als das Buch also wieder da war, habe ich als erstes Rezept das Früchtebrot gebacken. Allerdings mit Schokolade statt mit Nüssen und Trockenobst, und als Knoten statt als Kugel oder Laib. Ich war neugierig, ob mir der Hefeteig immer noch so gut schmecken würde wie damals. Und ob er auch nach Tagen noch so saftig und weich sein würde, wie ich es in Erinnerung hatte.

Ich kann beide Male mit Ja antworten. Der Hefeteig schmeckt lecker, und die Kombination mit dunkler Schokolade ist sowieso der Hammer.  Natürlich schmecken die Schokoknoten frisch am besten, aber in Frischhaltefolie eingewickelt halten sie sich erstaunlich lange. Ich habe den letzten Schokoknoten erst eine Woche später verspeist, und er war immer noch weich.

Variationsmöglichkeiten

Das Rezept ist richtig flexibel. Du kannst alles in den Hefeteig kneten, was dir schmeckt: Nüsse, Trockenobst, Aranzini oder Zitronat, Zitronenschale, Orangenschale, Zimt. Du kannst auch einen Teil des Mehls durch Vollkornmehl ersetzen.

Auch bei der Form kannst du variieren. Der Teig reicht für einen großen Zopf oder zwei kleine Zöpfe, für vier kleine Laibe oder, wie bei mir, für sechs Knoten.

Ich mag am liebsten Nüsse und Schokolade, Trockenfrüchte sind nicht so meins. Bei dieser Kombination werde ich wohl bleiben.

Mir ist es ehrlich gesagt egal, ob es diese Schokoknoten zu Ostern gibt oder sonst irgendwann – diesen Hefeteig mag ich. Ich freue mich wirklich, dass das Büchlein wieder da ist!

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Hab einen feinen Sonntag und eine gute Woche!

Schokoknoten

  • Portionen: Je nach Größe ca. 6 Knoten
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Zutaten
500 g Mehl
1 Pck. Trockenhefe
¼ l Milch, laktosefrei
100 g Zucker
100 g Butter (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
150 g hochwertige, dunkle Schokolade, 70 % Kakaoanteil, laktosefrei

Zum Bestreichen
1 Eigelb

Zubereitung
1. Backrohr vorheizen auf 200° C Ober-/Unterhitze. Backblech mit Backpapier bedecken.
2. Die Schokolade in grobe Stücke von ca. 0,5 cm Größe oder etwas größer hacken.
3. Mehl, Zucker, Trockenhefe und eine Prise Salz in eine große Rührschüssel geben. Die Butter in kleine Stücke schneiden und mit der Milch in einen kleinen Topf geben. Auf dem Herd bei niedriger Hitze erwärmen, bis die Butter schmilzt; dabei immer wieder umrühren. Die Milchmischung darf nur lauwarm sein! Wenn sie zu heiß wird, geht der Teig nicht auf.
4. Die lauwarme Milchmischung zu den trockenen Zutaten geben. Mit der Küchenmaschine mit dem Knethaken zu einem glatten Germteig kneten; etwa 5 Minuten lang.
5. Die Schokolade zum Hefeteig geben und mit der Hand nur sehr kurz unter den Teig kneten. Wenn du zu lange knetest, schmelzen die Stücke und färben den gesamten Teig braun; das will man hier nicht. Die Schüssel mit einem sauberen Küchentuch bedecken und den Teig ca. 1 Stunde gehen lassen.
6. Den Hefeteig auf die leicht bemehlte Arbeitsplatte geben. Zu einer Rolle formen und in sechs gleich große Teile schneiden. Jeden Teil zu einer Rolle von ca. 20 cm formen und verknoten. Die Schokoknoten mit Abstand dazwischen auf das Backblech setzen. Mit einem sauberen Küchentuch bedecken und ca. 30 Minuten gehen lassen.
7. Das Eigelb gut verquirlen und die Schokoknoten damit bestreichen. Die Schokoknoten je nach Backrohr ca. 20-30 Minuten goldgelb backen.

Schokoknoten

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