Topfennocken

Topfennocken nach einem Rezept von 1954

Kennst du das: Es wird Zeit für´s Abendessen, und du hast Lust auf etwas Süßes, Einfaches, Schnelles? Mal was anderes als Palatschinken und Kaiserschmarrn? Mir geht es oft so. Deshalb hat mich das Rezept für die Topfennocken so angesprochen – es ist unkompliziert, schnell gemacht und richtig lecker!

Topfennocken

Entdeckt habe ich das Rezept in einem Kochbuch von 1954: „Mein Kochbuch unter besonderer Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Haushalte“ von Frau Regierungsrat Therese Guglmayr landete bei einem Flohmarktbesuch in meiner Tasche.

Topfennocken

Das Buch ist zerfleddert und in schlechtem Zustand, aber egal: Die Rezepte klingen richtig interessant und gut. Allerdings weiß man beim Nachbacken von alten Rezepten nie, was einen erwartet. Manche Rezepte überraschen positiv, andere reißen nicht gerade vom Hocker oder funktionieren nicht.

Topfennocken

Bei meinem ersten Topfennocken-Versuch machte ich mir deshalb wenig Hoffnung auf ein spektakuläres Ergebnis. Aber siehe da, das Rezept für die Topfennocken funktioniert super! Die Dinger schmecken genial.

Topfennocken

Serviert werden sie direkt aus der Pfanne. Unten haben sie eine knusprige Kruste, oben sind sie flaumig. Ich mag vor allem, dass die Topfennocken nicht zu süß sind. Und dass sie sich mit allem möglichen „Beilagen“ kombinieren lassen: Frisches Obst passt genauso dazu wie Marmelade, Kompott oder Zimtzucker.

Topfennocken

Die Zubereitung der Topfennocken ist wirklich einfach: Die Zutaten werden in der angegebenen Reihenfolge verrührt, und das war´s auch schon. Die Nocken kommen sofort in eine Pfanne mit zerlassener Butter und etwas Wasser, werden zugedeckt und dünsten vor sich hin. Wenn die Topfennocken in der Pfanne zu prasseln und zu brutzeln beginnen, sind sie fertig. Pfanne auf den Tisch, Gabeln raus und essen!

TopfennockenHier siehst du die Topfennocken direkt nachdem ich sie in die Pfanne gesetzt habe.

TopfennockenUnd so sehen die Nocken aus, wenn sie beim Dünsten aufgehen.

Im Originalrezept kommen übrigens 70 ml  Sauerrahm in die Pfanne, wenn die Nocken zu prasseln beginnen. Die Nocken sollen zusammen mit dem Rahm einige Minuten ziehen. Ich habe mich beim ersten Nachkochen daran gehalten, lasse diesen Sauerrahm jetzt aber weg. Ich mag die Topfennocken lieber pur.

Topfennocken

Ein Nachsatz noch: Auch Daniela vom Blog linzersmileys besitzt dieses alte Kochbuch. Sie hat ihr Exemplar von ihrer Oma geerbt und kürzlich Linzertorte mit Kartoffeln daraus gebacken. Daniela war begeistert vom Ergebnis, schaut mal rein bei ihr!

Topfennocken

Hab einen feinen Sonntag und eine gute Woche!

Topfennocken

  • Portionen: 1 große Pfanne, ca. 15-18 Topfennocken
  • Drucken

Zutaten
250 g Topfen, laktosefrei (= Quark)
125 g Sauerrahm, laktosefrei
3 Eier
200 g Mehl
Nach Bedarf: 1 EL Milch, laktosefrei
Prise Salz
100 g Butter

Zubereitung
1. Topfen ausdrücken. Mit dem Handmixer auf niedriger Stufe glattrühren, Sauerrahm und Eier dazugeben und unterrühren. Mehl und Salz kurz unterrühren, bis sich alles zu einem sehr weichen Teig vermischt. Falls der Teig sehr fest ist, 1 Esslöffel Milch dazugeben.
2. Eine große flache, beschichtete Pfanne auf den Herd stellen. Den Boden der Pfanne mit Wasser gerade so bedecken. Die kleingeschnittene Butter dazugeben. Auf mittlere Hitze schalten und die Butter schmelzen.
3. Mit einem Esslöffel große Nocken ausstechen und dicht nebeneinander in die Pfanne setzen. Mit geschlossenem Deckel auf niedriger Hitze dünsten. Die Topfennocken gehen dabei stark auf. Nach ca. 22-25 Minuten beginnt es in der Pfanne deutlich zu prasseln. Jetzt die Pfanne vom Herd nehmen. Die Topfennocken fallen nun wieder zusammen.

Die Topfennocken mit Zimtzucker und Preiselbeermarmelade servieren.

Topfennocken

Du bist interessiert an alten Rezepten? Diese Kuchen habe ich aus alten Kochbüchern und Rezeptbroschüren nachgebacken: Die Muskazin-Torte zum Beispiel fand ich gelungen; ebenso den Rhabarberkuchen. Den fand dafür eine Leserin nicht gut; sie hat ihn nachgebacken und war ganz und gar nicht begeistert.

Beim Gugelhupf nach einem 121 Jahre alten Dr. Oetker-Rezept war vor allem die Zubereitung des Teiges interessant. Den Gugelhupf fand ich recht okay, aber nicht wirklich gut.

Was immer funktioniert, sind die Rezepte meiner Oma. Die Linzer Augen, die Vanillekipferl, den Nussstrudel und den Obstfleck backe ich regelmäßig.

 

 

14 Comments

  1. Da läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Herrlich, wie bei Oma sehen die aus lieben Gruß zu dir!

  2. Ganz tolle Sachen. Meine Urenkel sind fleißige Tester und finden alles lecker .Mehr davon.
    L. G.

    • Eva Dragosits

      Liebe Anni,
      vielen Dank für dieses tolle Feedback 🙂 ! Da macht das Bloggen gleich noch mehr Spaß!
      Liebe Grüße,
      Eva

  3. Diese Nocken sehen verlockend lecker aus und laden echt zum Nachmachen ein!
    Liebe Grüße aus Wien … Daniela
    PS: Herzlichen Dank für die Erwähnung, liebe Eva 🙂 !

  4. Liebe Eva,
    Boah, das sind ja echte Leckerbissen. Meine Mutter hat früher auch solche Quarkklöße gemacht. Zudammen mit einer Soße aus Backpflaumen ein Gedicht.Leider habe ich kein Rezept und weiß auch nicht wie sie sie gemacht hat. Deine sehen aber ganz ähnlich aus und … ehrlich gesagt noch besser!! So schön fluffig! Die würde ich gern mal ausprobieren. Allerdings ist mein Mann nicht so ein Süßer 😉 … den müsste ich noch überzeugen.
    Deine Leidenschaft für alte Backbücher finde ich super interessant. Schön, dass du diese Rezepte mit uns teilst.

    Liebe Grüße Maren

    • Eva Dragosits

      Du kennst diese Klöße / Nocken / Dinger?!? Ich kannte sie nicht, aber einige LeserInnen scheinen sie zu kennen. Von der Oma, zum Beispiel. DAs scheint wohl wirklich ein altes Gericht zu sein, das früher gerne gegessen wurde.
      Die Nocken selbst sind gar nicht so süß. Die Süße kommt hauptsächlich von den Beilagen und dem Zimtzucker, und das kann man ja beeinflussen 🙂 !
      Liebe Grüße und eine schöne Woche!
      Eva

  5. Mithrandir

    Danke für diese einfache , schnelle und dennoch leckere Rezept.
    Gestern getestet. Meine waren nicht ganz so fluffig. Mag aber daran liegen, dass ich versehentlich den ganzen Becher Sauerrahm (200g) reingekippt habe.
    Aber lecker waren sie trotzdem.
    Ich will beim nächsten Mal testen, ob man das Mehl durch Grieß ersetzen kann.

    • Eva Dragosits

      Schön, dass dir die Nocken schmecken 🙂 ! Mehl durch Grieß ersetzen? Das klingt spannend. Du bringst mich auf Ideen, danke 🙂 !
      Liebe Grüße
      Eva

      • Mithrandir

        heute getestet.
        Auf 500gr. Molkereimasse (250g Quark, der Rest Schmand und Joghurt, es waren noch Reste da) 150 gr. Grieß und 50 gr, Mehl.
        Sehr lecker. Die Nocken gingen nicht so auf wie beim Original, aber ich denke, es ist eine tolle Variante.
        Vor dem Kochen habe ich die Masse etwa 15 Minuten ziehen lassen.

        • Eva Dragosits

          Hauptsache, es hat geschmeckt 🙂 ! Gut zu wissen, dass man den Topfen teilweise durch andere Molkereiprodukte ersetzen kann. Danke für die Info!
          Liebe Grüße, Eva

          • Beim Thema Ersatz von Molkereiprodukten bin ich grundsätzlich schmerzbefreit. Joghurt, Schmand, Sauerrahm, Quark, das passt fast immer. Am ENde hat man halt mehr odere weniger Kalorien und schlimmstenfalls ist die Konsistenz anders. Dass der Geschmack variiert sehe ich letzten Endes auch nur positiv, weil es soo schlimm eigentlich nicht sein kann.
            Ich bin da auch eher der Chaot, der Muffins backen will, dann beim Zutaten zusammenrühren erst merkt, dass keine Buttermilch da ist. Dann geht eben auch Joghurt oder Schmand o. ä.

          • Den letzten Teil kann ich unterschreiben. Das kenne ich gut, dass keine Buttermilch da ist. Oder kein Mehl. Oder kein Ei… Zum Glück habe ich nette Nachbarn 🙂 !

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*