Zitronenkuchen mit Mandeln und Pinienkernen

Zitronenkuchen mit Mandeln und Pinienkernen

Zitronenkuchen sind eigentlich nicht so meins. Ich mag sie zwar, aber wenn ich wählen kann, greife ich doch lieber zu Kuchen mit Schokolade und Nüssen und Karamell. Auf meinem Blog gibt es daher bis jetzt kein einiges Rezept für Zitronenkuchen.

Zitronenkuchen mit Mandeln und Pinienkernen

Vor zwei Wochen allerdings gab es kein Entkommen mehr. Mein Mann wünschte sich zum Geburtstag diesen Zitronenkuchen mit Mandeln und Pinienkernen aus meinem neuen Backbuch Dolci, Tartes und zauberhafte Kuchen backen* (Werbung) von Melissa Forti, einer italienischen Konditorin. Insgeheim war ich ein bisschen enttäuscht, weil eben nicht Schokolade und Nüsse und Karamell, aber will man machen – den Wunsch nach einem bestimmten Geburtstagskuchen kann ich schlecht ablehnen, oder?

Zitronenkuchen mit Mandeln und Pinienkernen

Bei neuen Backbüchern weiß man ja nie, ob sie funktionieren oder nicht. Manchmal schauen die Bilder toll aus, die Rezepte bleiben aber hinter den Erwartungen zurück. Oder umgekehrt: Die Bilder wirken wenig aufregend, die Rezepte gelingen dafür garantiert und schmecken großartig.

Um herauszufinden, ob das Backbuch etwas kann oder nicht, habe ich bei diesem Zitronenkuchen ganz brav und exakt die Angaben befolgt. Normalerweise ändere ich bei Rezepten immer etwas ab, diesmal aber nicht. Die Angaben klangen leicht ungewöhnlich, das wollte ich erst einmal ausprobieren. Und nicht gleich eine Eigen-Interpretation wagen.

Zitronenkuchen mit Mandeln und Pinienkernen

Schon der Teig wird anders zubereitet als gewohnt: Der Zucker wird erst mit Zitronensaft und Zitronenschale verrührt, bis er gut durchtränkt ist, danach kommen die restlichen Zutaten dazu. Das Ergebnis ist ein sehr aromatischer Rührteig mit verschiedenen Aromen – Zitrone, Vanille, Marzipan, Mandeln, Pignoli, da sind lauter gute Dinge drin!

Der Teig wird in einer Kastenform gebacken, bis er durch ist, und noch heiß gründlich mit einem Zuckersirup getränkt. An diesem Punkt war ich überzeugt, dass der Kuchen nichts wird: Mein Zitronenkuchen duftete zwar himmlisch, sackte aber stark in sich zusammen, sobald ich ihn aus dem Backrohr genommen hatte. Ich war mir sicher, dass er nicht durch war. Dabei hatte ich ihn 15 Minuten länger gebacken als angegeben.

Ich habe trotzdem weitergemacht und den Zuckersirup darüber gelöffelt. Der zog aber nicht richtig ein. Ich half mit einem Schaschlikspieß nach und stach jede Menge Löcher in den Teig, aber trotzdem. Ein Teil des Sirups blieb auf dem Zitronenkuchen stehen und zog nicht ein.

Ich habe den Zitronenkuchen fertig gestellt wie angegeben und mich richtig geärgert über die vertane Zeit und die Zutaten und überhaupt. Der Kuchen war nicht blogtauglich, keine Frage. Ich habe ihn nicht einmal fotografiert.

Zitronenkuchen mit Mandeln und Pinienkernen

Zum Geburtstagskaffee habe ich ihn trotzdem serviert, aber grummelnd. Und auch nur deshalb, weil ich keinen anderen Kuchen zur Hand hatte. Vor lauter Ärger habe ich nicht mal selber ein Stück gegessen und nur beleidigt auf den Boden gestarrt.

Bis ich dann lauter verzückte „Ahh“ und „Boah ist der gut“ hörte. Verwundert habe ich dann doch gekostet – und war wirklich überrascht. Der Zitronenkuchen war durch, und er schmeckte traumhaft. Der Teig an sich ist schon saftig und schmeckt lecker nach Zitrone, Marzipan, Mandeln und Pignoli. Der Zitronensirup intensiviert die Aromen, ist gleichzeitig ein Kontrast und harmonisch.

Alles in allem ist der Zitronenkuchen mit Mandeln und Pignoli ein Erlebnis, klebrig-saftig, gleichzeitig süß und sauer. Ein richtiger Gute-Laune-Kuchen! Ich habe also doch noch fotografiert, nur gibt es diesmal kein Bild vom Kuchen vor dem Anschnitt!

Zitronenkuchen mit Mandeln und Pinienkernen

Im Nachhinein bin ich froh, dass mein Mann auf diesem Zitronenkuchen bestanden hat. Ich habe wieder einmal gemerkt, wie wichtig es ist, sich auf Neues einzulassen und nicht nur unreflektiert an Gewohntem festzuhalten – und das meine ich nicht nur auf das Backen bezogen!

Zitronenkuchen mit Mandeln und Pignoli

  • Portionen: 1 Kastenform 30x11 cm
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Zutaten
Teig
230 g Butter, Zimmertemperatur (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
115 g Mehl
1 TL Backpulver
¼ TL Salz
250 g Zucker
2 unbehandelte Zitronen, Schale und Saft
225 g Marzipan
5 Eier, Zimmertemperatur
1 TL Vanillepaste oder 1 EL Vanillezucker
75 g Mandeln, gehackt
75 g Pignoli (=Pinienkerne)

Zitronensirup
80 ml frisch ausgepresster Zitronensaft
150 g Kristallzucker

Zubereitung
1. Backrohr vorheizen auf 180° C Ober-/Unterhitze. Eine Kastenform ausfetten und mit Backpapier auslegen. Das Backpapier sollte oben überstehen, sodass ihr den Zitronenkuchen damit aus der Form heben könnt.
2. Mehl, Backpulver und Salz in einer kleinen Schüssel vermischen. Mit dem Schneebesen durchrühren, um es aufzulockern.
3. Zucker, Zitronensaft und Zitronenschale in eine Rührschüssel geben. Mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer auf niedriger Stufe durchrühren, bis der Zucker gut durchtränkt ist. Die Butter in kleine Stücke schneiden und unterrühren. Das Marzipan in kleine Stücke schneiden und ebenfalls unterrühren. Die Mischung auf hoher Stufe schlagen, bis sie hell und schaumig ist.
4. Die Eier einzeln unterrühren, dabei jedes Ei mindestens eine Minute unterrühren. Die Vanillepaste oder den Vanillezucker dazu geben. Die Mehlmischung kurz unterrühren, bis sich alles vermischt hat. Die gehackten Mandeln untermischen.
5. Den Teig in die vorbereitete Kastenform füllen und glattstreichen. Die Pignoli darüber streuen; etwa 1 Esslöffel zurückhalten für die Dekoration. Den Kuchen backen, bis er durch und goldgelb ist; das dauert ja nach Backrohr 45´-60´ (bei mir 60´). Stäbchenprobe machen: Wenn an einem in den Kuchen gesteckten Holzstäbchen kein Teig hängen bleibt, ist der Kuchen fertig. Den fertigen Kuchen aus dem Backrohr nehmen und mitsamt dem Backpapier auf ein Kuchengitter geben.
6. Während der Kuchen im Backrohr ist, für den Zitronensirup in einem Glas oder Messbecher den Zitronensaft mit dem Zucker vermischen.
7. Den warmen Kuchen mit einem Schaschlikspieß mehrere Male einstechen. Den Zitronensirup darüber gießen und einziehen lassen. Den Kuchen abkühlen lassen.
8. Vor dem Servieren den Kuchen mit Puderzucker bestäuben und mit den restlichen Pignoli bestreuen.

Zitronenkuchen mit Mandeln und Pinienkernen

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12 Comments

  1. Wie recht du mit deinem letzten Satz hast, liebe Eva! Dein Zitronenkuchen ist ein Sinnbild für diese Aussage. Wie oft habe ich es gehabt, dass ich ganz und gar nicht zufrieden war und meine Testesser waren begeistert. Vielleicht werden die Ansprüche an sich selbst zu hoch? Auf alle Fälle sieht dein Zitronenkuchen sehr saftig aus und auch wenn du mit der Optik nicht zufrieden bist. Letztlich zählt der Geschmack und du hast deinen Mann und die Gäste glücklich gemacht! Das Rezept klingt übrigens ausgesprochen gut … ähm, hatte ich erwähnt. dass ich dieses Buch ausnahmsweise mal NICHT besitze 😀 !
    Liebe Grüße Maren

    • Eva Dragosits

      Du hast soooo recht, Maren. Ein bisschen runterkommen vom Perfektionismus ist eine gute Idee 🙂 ! Der Kuchen schmeckt toll, das ist das Wichtigste. Und ich glaube mittlerweile sogar, dass der Kuchen optisch genau so aussehen soll wie bei mir 🙂 !
      Es gibt tatsächlich Backbücher, die du noch nicht besitzt?!? Hihi, das kann ich fast nicht glauben! Dieses neue Buch fasziniert mich ähnlich wie der Ottolenghi, nur bin ich mir noch nicht sicher, ob die Rezepte funktionieren. Spannend sind sie – da gibt es zum Beispiel einen Kuchen mit geröstetem Kakao 🙂 !
      Liebe Grüße!

  2. Ich liebe Zitronenkuchen! Und wenn ich die Auswahl habe, dann greife ich zu Zitronenkuchen und ignoriere den Schokokuchen. Und dieser hier scheint super lecker zu sein. Und wenn all die Gäste entzückt waren, dann ist er lecker! Werde ihn mal probieren.
    LG, Diana

    • Eva Dragosits

      Wirklich? Zitrone vor Schokolade?!? Dann ist der hier auf jeden Fall was für dich 🙂 !
      Liebe Grüße
      Eva

  3. Gisela Vogel

    Ich habe heute vormittag , diesen gutaussehenden Zitronenkuchen gebacken . Ich habe gerade ein Stück gegessen . Er schmeckt oberlecker köstlich zitronig und ist ganz locker . Habe meinen Nachbarn 2 Stück zum Kaffee geschenkt , ich bin gespannt , was die sagen . LG von Gisela .

    • Eva Dragosits

      Liebe Gisela,
      vielen Dank für dieses schöne Feedback 🙂 ! Du machst mir damit eine riesige Freude! Lass dir den restlichen Kuchen gut schmecken!
      Liebe Grüße
      Eva

  4. Ich habe den Kuchen heute gebacken und finde ihn leider viel zu süß. Meinst Du, man könnte die Hälfte vom Zucker weglassen?

    Danke trotzdem für die Idee, die Kombi aus Zitrone und Pinie ist himmlisch.

    • Eva Dragosits

      Schade, dass dir der Kuchen zu süß war! Wir fanden ihn genial, aber Geschmäcker sind ja verschieden. Möchtest du den Zucker im Teig reduzieren oder im Zitronenguss? Beim Teig würde ich mich nicht trauen, so viel Zucker wegzulassen. 50-80 g weniger kann ich mir aber vorstellen.
      Den Guss kann man sicher auf die Hälfte reduzieren, also entweder halb so viel Zucker nehmen oder überhaupt nur die halbe Menge Guss zubereiten! Falls du den Kuchen mit weniger Zucker bäckst, würde ich mich über Feedback sehr freuen!
      Liebe Grüße und gutes Gelingen! Eva

  5. Endlich habe ich es getestet und nur die Hälfte des Zuckers im Teig versenkt. Vom Sirup habe ich die gesamte Menge genommen. Der Kuchen ist gut aufgegangen und dann beim Tränken mit Sirup etwas zusammengefallen. Hat dem Geschmackt aber keinen Abbruch getan.
    Ein toller Sommerkuchen! Danke.

    • Eva Dragosits

      Freut mich sehr, dass alles geklappt hat und der Kuchen gut schmeckt 🙂 ! Vielen Dank für das tolle Feedback!
      Liebe Grüße
      Eva

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