Walnusslebkuchen

Walnusslebkuchen – auch glutenfrei möglich

Wo bitte ist die „besinnliche Adventzeit“ hingekommen?!? Bei mir ist der Dezember einer der anstrengendsten Monate des Jahres und überhaupt nicht besinnlich! Mit meinem üblichen Arbeits- und Haushaltspensum ist mir ja schon im „normalen“ Alltag nicht gerade langweilig; im Dezember kommen die Vorbereitungen für Weihnachten dazu. Da wird mir die Zeit manchmal arg knapp – gerade auch die Zeit zum Bloggen! Zwei Rezepte möchte ich vor Weihnachten noch posten. Mal sehen, ob ich es schaffe: Die Walnusslebkuchen machen den Anfang!Walnusslebkuchen

Das Rezept für die Walnusslebkuchen habe ich aus dem kleinen, aber ausgesprochen feinen Nürnberger Weihnachtsbackbuch* von Karl Neef. Die Rezepte von Herrn Neef finde ich sehr spannend und richtig lecker. Sie sind irgendwie besonders, anders als die üblichen Keksrezepte. Die Knusperle, die Rosenherzen und die Honigschnitte backe ich regelmäßig.

Auch Neefs Walnusslebkuchen sind anders als „normale“ Lebkuchen. Sie bestehen aus einer großen Menge Eiweiß, dann noch Nüssen, Zucker, etwas Mehl und Gewürzen. Damit sind sie ideal für die Verwertung von Eiweiß-Resten. Gerade in der Weihnachtsbäckerei bleiben mir regelmäßig große Mengen Eiweiß übrig, zum Beispiel von den Linzer Augen oder von den Rosenherzen. Die kann ich hier super verwenden.

Walnusslebkuchen

Die Zubereitung der Walnusslebkuchen ist nicht schwer. Ihr braucht aber eine gute Zeitplanung – und ein Zuckerthermometer! Die Eiweißmasse muss auf 50° C erhitzt werden, und das geht eben am genauesten mit einem Zuckerthermometer. Ich habe die Eiweißmasse zwar auch schon nur nach Gefühl erwärmt, und es hat funktioniert. Mit Zuckerthermometer fühle ich mich aber sicherer.

Die Zeitplanung ist deshalb wichtig, weil die Lebkuchen vor dem Backen etwa 10 Stunden trocknen müssen. Ich habe sie abends um 20 Uhr vorbereitet und am nächsten Tag um 8 Uhr in der Früh, direkt vor der Arbeit, gebacken.

Die Zubereitung ist also einfach, aber auch ein bisschen aufwendig: Ihr müsst nämlich die Oblaten auf eine Größe von 6 x 10 cm zuschneiden. Ich fand das etwas mühsam. Die Oblaten lassen sich schwer schneiden und zerbrechen leicht. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich meine 30 Stück Oblaten in der richtigen Größe vor mir liegen hatte.

Walnusslebkuchen

Was ich an den Walnusslebkuchen noch toll finde: Sie lassen sich glutenfrei zubereiten. Bei mir kam heuer erstmals aus dem Bekanntenkreis die Anfrage nach glutenfreien Weihnachtskeksen. Da habe ich wenig zu bieten; einzig die Knusperle kommen ohne Mehl aus.

Der Mehlanteil bei den Walnusslebkuchen ist relativ gering ist, dachte ich, sie müssten auch mit glutenfreiem Mehl schmecken. Ich habe sie mit „Schär glutenfrei Mix C Kuchen & Kekse“ gebacken – und war vom Ergebnis begeistert. Geschmacklich gab es keinen Unterschied zu den Walnusslebkuchen mit „normalem“ Mehl.

Walnusslebkuchen

Ich hatte allerdings nicht bedacht, dass Oblaten mit Weizenmehl hergestellt werden! Meine Lebkuchen waren  alsoleider doch nicht glutenfrei. Anfängerfehler – im glutenfreien Backen bin ich noch nicht so geübt wie im laktosefreien Backen! Zum Glück sind die Lebkuchen so dick, dass sich die Oblate mit der Brotschneidemaschine abschneiden ließ. Tja. Guter Life Hack, würde ich sagen.

Das nächste Mal werde ich jedenfalls auf glutenfreie Oblaten zurückgreifen. Ich habe mich im Internet schlau gemacht; es gibt solche Oblaten.

Wenn ihr die Lebkuchen komplett glutenfrei backen wollt, müsst ihr also glutenfreies Mehl und glutenfreie Oblaten verwenden. Dann könnt ihr euch den Schritt mit der Brotschneidemaschine ersparen.

Walnusslebkuchen

Vom Geschmack und der Konsistenz her kann ich euch die Walnusslebkuchen nur ans Herz legen: Die sind herrlich saftig und schmecken intensiv nach Nüssen und Zimt. Ein Bürokollege fand, sie schmecken nach gebrannten Mandeln. Die anderen KollegInnen saßen einfach da und vernichteten wortlos und mit glänzenden Augen meinen Vorrat.

Die Walnusslebkuchen schmecken frisch am besten. Ich bewahre sie in einer Keksdose auf; nach einigen Tagen werden sie trockener, schmecken aber immer noch fantastisch. Hübsch verpackt finde ich sie ein nettes, hochwertiges Weihnachtsgeschenk!

Walnusslebkuchen

Jetzt wünsche ich euch noch, dass ihr in der nächsten Woche Zeit findet für Ruhe und Besinnlichkeit. Für eure Familie, eure Freunde und vor allem euch selbst! Ich gehe mit gutem Beispiel voran und werde es in den nächsten Tagen lockerer angehen – damit ich nicht zu Weihnachten fix und fertig unter dem Baum liege!

Walnusslebkuchen

  • Portionen: 30 Stück zu je 6 x 10 cm
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Zutaten
150 g geriebene, geröstete Haselnüsse
8 Eiweiß (240 g)
500 g Zucker
70 g Mehl (falls gewünscht, glutenfrei)
250 g geriebene Walnüsse
½ TL Zimt
30 schöne Walnusshälften zum Belegen
30 rechteckige Oblaten, 6 x 10 cm (falls gewünscht, glutenfrei)

Zubereitung
1. Mehl, Walnüsse und Zimt in einer kleinen Schüssel gut vermischen. Die Oblaten auf die passende Größe zuschneiden. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
2. Haselnüsse, Eiweiß und Zucker in einen kleinen Topf geben und unter ständigem Rühren auf 50° C erhitzen. Die Temperatur dabei mit einem Zuckerthermometer kontrollieren. Wenn die Eiweißmasse 50° C erreicht hat, die Mehlmischung dazu geben. Kräftig rühren, bis sich alles gut verbunden hat. Den Topf vom Herd nehmen und die Masse etwas abkühlen lassen.
3. Die lauwarme Nussmasse mit einem Messer auf die Oblaten streichen. Ideal sind ca. 40 g Nussmasse pro Oblate. Die Lebkuchen sollen eine glatte Oberfläche haben und zum Rand hin schräg auslaufen. Jeden Lebkuchen mit einer Walnusshälfte verzieren. Die Lebkuchen auf die Bleche setzen und etwa 10 Stunden bei Zimmertemperatur trocknen lassen.
4. Nach der Trockenzeit das Backrohr vorheizen auf 190° C Ober-/Unterhitze oder 180° C Umluft. Die Lebkuchen je nach Backrohr 9-11 Minuten hellbraun backen. Sie reißen dabei leicht ein; das soll so sein.

Tipp: Wenn die Lebkuchen nicht trocken genug sind, rinnen sie von den Oblaten. Ihr könnt sicherheitshalber einen Probelebkuchen backen. Wenn dieser die Form behält, dann ab mit den Blechen ins Backrohr. Wenn nicht, lasst ihr die Lebkuchen noch weiter trocknen.

Walnusslebkuchen

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6 Comments

  1. Liebste Eva,
    Im glutenfrei Backen bin ich eine komplette Niete! Mir wäre das mit den Oblaten garantiert auch passiert.
    Den Plan es diese Woche ruhiger anzugehen kann ich nur unterstützen! Mein Mann hat sich eine Grippe eingefangen und so haben wir bereits dieses Wochenende mehr oder weniger zu Hause verbracht. Eine gute Zeit für mich, um Geschenke einzupacken oder einfach nur einen schönen Film mit dem Kranken zu schauen und Kekse dazu zu essen .
    Ganz liebe Grüße
    Maren

    • Eva Dragosits

      Liebe Maren,
      so eine Krankheit zwingt einen ja zu einer Ruhepause. Das ist manchmal gar nicht so schlecht. Ich hoffe, deinem Mann geht es bald besser. Ihn erwischt es wohl gerne zur Weihnachtszeit 🙁 . Ich erinnere mich noch an eure schlimme Situation vor ein paar Jahren. Also gute Besserung und lasst es euch so gut gehen, wie´s halt geht 🙂 !
      Liebe Grüße
      Eva

  2. Liebe Eva, die Walnusslebkuchen sehen so lecker aus. Weiß aber nicht, ob ich die Geduld haben würde sie zu backen.
    LG, Diana

    • Eva Dragosits

      Ja, ein bisschen Geduld und Planung muss man mitbringen 🙂 ! Deshalb mache ich diese Lebkuchen leider nicht so oft, wie ich sie gerne essen würde!
      Liebe Grüße! Eva

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