Parmesan-Rosmarin-Cracker

Parmesan-Rosmarin-Cracker

Manche Rezepte klingen beim Durchlesen so interessant, dass ich sie einfach backen MUSS. Mein Blog hat seinen Namen nicht ohne Grund! Ich will dann wissen, ob das Rezept funktioniert und wie es schmeckt, und lege so schnell wie möglich los. Bei meinem letzten ich-muss-backen-Anfall entstanden diese köstlichen Parmesan-Rosmarin-Cracker – die ungewöhnliche Zubereitung hat mich fasziniert!

Parmesan-Rosmarin-Cracker

Das Rezept für die Parmesan-Rosmarin-Cracker habe ich aus Martha Stewart’s Baking Handbook*. Die Zutaten sind eigentlich ganz „normal“: Ein Hefeteig wird mit Parmesan vermischt und belegt und dann gebacken. Soweit alles wie üblich.

Ungewöhnlich und spannend fand ich es aber, dass der Hefeteig vor dem Backen gekühlt wird. Normalerweise braucht es Hefeteig nach dem Kneten warm. Dieser nicht. Der wandert in den Kühlschrank und bleibt bis zur weiteren Verarbeitung dort.

Parmesan-Rosmarin-Cracker

Noch ungewöhnlicher fand ich, dass der Hefeteig nach dem Kühlen durch die Nudelmaschine gedreht wird!

Eine Nudelmaschine habe ich natürlich. Vor einigen Jahren gab es einen riesigen Hype um Nudelmaschinen, vielleicht erinnert ihr euch? In jedem Supermarkt, bei Messen, bei Märkten, überall gab es Verkaufsstände und Demonstrationen mit Nudelmaschinen. Und immer sah es so aus, als wären die Nudeln in Null-Komma-Nichts fertig. Und so, als wäre ein Leben ohne Nudelmaschine nicht lebenswert.

Parmesan-Rosmarin-Cracker

Seit diesem Hype steht auch in meinem Küchenschrank eine Nudelmaschine. Mann und Kinder waren dank der vielen Werbung überzeugt, dass eine Nudelmaschine das perfekte Weihnachtsgeschenk für mich ist.

So etwa alle zwei Jahre verwende ich die Nudelmaschine auch. Die Nudel-Zubereitung geht bei mir nicht ganz so ruck-zuck wie bei den Demo-Verkäufern, aber es geht. Manchmal mit kleineren Wutanfällen und viel Gefluche, aber immerhin. Die Nudeln schmecken allerdings wirklich unvergleichlich gut, also zahlt sich die Nudelmaschine irgendwie doch aus.

Parmesan-Rosmarin-Cracker

Für dieses Rezept durfte die Nudelmaschine wieder zum Einsatz kommen. Den Hefeteig durch die Maschine zu ziehen machte richtig Spaß, das war lustig! Und es war, im Gegensatz zur Zubereitung von Nudeln, völlig unproblematisch. Ich musste nur darauf achten, dass der Teig ausreichend mit Mehl bestäubt war, dann klappte das.

Ich weiß nicht, ob meine Cracker dünn genug sind oder ob Martha sie noch dünner macht. Ich habe die Einstellung auf meiner Nudelmaschine genommen, bei der sich der Teig gut durch die Maschine ziehen ließ, ohne zu zerreißen. Bei mir war das Stufe 5 von 9 Stufen. Probiert einfach aus, wie dünn es bei euch klappt!

Parmesan-Rosmarin-Cracker

Meine Parmesan-Rosmarin-Cracker waren vor dem Backen etwa 1-2 mm dick. Nach dem Backen waren nicht so trocken wie Cracker oder dünne Pizzakruste, sondern gleichzeitig knusprig und saftig. Der Geschmack war ausgesprochen lecker. Hefeteig, Parmesan und Rosmarin in einem ausgewogenen Verhältnis, das kann was!

Die Parmesan-Rosmarin-Cracker halten sich leicht bis zu drei Tage luftdicht aufbewahrt. Bei uns waren sie aber schneller weg!

Parmesan-Rosmarin-cracker


Zutaten
250 ml warmes Wasser
1 gehäufter TL Trockenhefe
3 EL Olivenöl guter Qualität
430 g Mehl
2 TL grobes Salz, plus weiteres grobes Salz zum Bestreuen
1 EL Zucker
Etwa 130 ml frisch geriebener Parmesan, in einem Messbecher gemessen, für den Teig; weitere 4-5 Esslöffel geriebener Parmesan zum Bestreuen
1 großes Ei
Pfeffer, frisch gerieben
3 Esslöffel frische Rosmarinnadeln, gewaschen und abgetrocknet

Zubereitung
1. In einer Schüssel ein Viertel des warmen Wassers mit der Trockenhefe vermischen. Etwa 5 Minuten rasten lassen, bis sich Blasen bilden. Mehl, Olivenöl, Salz, Zucker und das restliche warme Wasser zugeben. Mit dem Knethaken bei mittlerer Geschwindigkeit kneten, bis sich ein weicher Teig gebildet hat. Den Parmesan dazu geben und eine Minute lang unter den Teig kneten.
2. Den Teig zu einer Kugel formen und in leicht geölte Frischhaltefolie wickeln. Zehn Minuten rasten lassen, dann samt der Frischhaltefolie in den Kühlschrank geben. Mindestens eine Stunde oder auch über Nacht kühlen.
3. Backrohr vorheizen auf 190° C Ober-/Unterhitze oder 175° C Umluft. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
4. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsplatte in 16 etwa gleich große Stücke teilen. Jedes Stück gut mit Mehl bestäuben und durch die Nudelmaschine drehen. Bei mir waren die Stücke danach etwa 15-20 cm lang und ca. 5-8 cm breit. Für die Zubereitung ohne Nudelmaschine die Teigstücke mit dem Nudelwalker so dünn wie möglich ausrollen.
5. Die Teigplatten auf das Backpapier legen. Das Ei gut mit 1 Esslöffel Wasser versprudeln. Den Teig damit bestreichen. Mit grobem Salz, Pfeffer, Parmesan und Rosmarin bestreuen.
6. Die Teigplatten in etwa 15-20´ goldbraun backen: Bei Ober-/Unterhitze auf der zweiten Schiene von unten; bei Umluft lassen sich auch zwei Bleche gleichzeitig backen. Ich: 175° Umluft, 17 Minuten Backzeit.
7. Die Parmesan-Rosmarin-Cracker aus dem Backrohr nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Parmesan-Rosmarin-Cracker

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8 Comments

  1. Hefeteig durch die Nudelmaschine! Das ist ja eine interessante Idee! Das ganze Rezept Kling genau nach meinem Geschmack und eine Nudelmaschine habe ich natürlich auch im Haus! Das werde ich mal ausprobieren! Meinst du, man kann sie auch noch dünner machen, oder reißt der Teig dann?
    Liebe Grüße Maren

    • Eva Dragosits

      Bei mir riss der Teig bei der dünneren Einstellung, versucht hätte ich´s ja 😉 . Beim Backen gingen die Cracker dann ein bisschen auf. So dünn wie auf den Bildern im Buch von Martha Stewart sind sie daher leider nicht geworden, aber sie schmecken fantastisch 🙂 ! Schön würzig und pikant!
      Liebe Grüße und eine schöne Woche!

  2. Liebe Eva, was für ein tolles Rezept! Ich muss die Cracker unbedingt ausprobieren. Das mache ich in den nächsten Tagen, da ich alle Zutaten zu Hause habe. Und die Nudelmaschine kommt dann auch wieder zum Einsatz. Sonst verstaubt sie immer 🙂
    Ich berichte dann wie sie mir schmecken.
    LG, Diana

    • Eva Dragosits

      Liebe Diana, das würde mich freuen 🙂 ! Ich glaube, sie werden dir schmecken! Ich habe mir fest vorgenommen, meine Nudelmaschine öfter zu verwenden. Die Cracker sind ein Anfang 😉 !
      Liebe Grüße
      Eva

  3. Coco Maurer

    Klingt gut.

    Meine Nudelmaschine ist mind. 1xwöchentlich im Einsatz.
    Tatsächlich ist mein schnellster Nudelteig fertig, wenn das Wasser kocht und dann brauchen die Nudeln nur 2 Min.!

    Aber logo…die Küche ist deutlich mehr verwüstet.

    Vor einigen Jahren, habe ich mal einen Pasta Kurs gegeben, mein Tipp für ungeübte…immer erst mit den flüsdigrn Zutaten beginnen und die trockenen …nach und nach zugeben!

    Warum zuerst die feuchten Zutaten?

    Mehl ist ein Naturprodukt! Je nach Bodenverhältnissen und Witterung, saugt es unterschiedlich Feuchtigkeit!

    Beim Nudelteig, ist das viel eklatanter als bei Kuchen!

    Wenn du gerne Hartweizengries verwenden möchtest, diesen zuerst mit den Eiern vermengen und 15 Min. warten, bevor du Mehl dazu gibst!

    Ich rühre mit einem Handrührgerät. Nie mit der Küchenmaschine! Wenn der Teig elastisch und leicht klebrig ist, ist er perfekt.

    Sollte er beim durchkurbeln brüchig sein, einfach mehlen, zusammenlegen und nochmal durchkurbeln.

    pro Person: 1 Ei
    100 g Mehl
    1/2 TL Öl

    Liebe Grüße aus Stuttgart
    Coco

    • Eva Dragosits

      Wow, du bist ja ein richtiger Profi 🙂 ! Danke für die vielen Tipps, die klingen sehr hilfreich. Vielleicht sollte ich doch wieder mal die Nudelmaschine aus dem Keller holen. Bei dir klingt das total einfach 🙂 !
      Liebe Grüße
      Eva

  4. Coco Maurer

    Liebe Eva,

    wenn du nur einmal gefühlt hast, wie der „perfekte Teig“ sich anfühlt, dann hast du es raus!

    Versuche am Anfang niemals mehr als 50 % Hartweizengries zu nehmen! Am besten fängst du mit 10% an und steigerst dich langsam.

    Es läßt sich schlecht beschreiben….aber wenn der Teig als Kugel in der Schüssel ist…du mit dem (ausgeschaltetem) Handrührgerät, mitten in den Teig „stichst“, das Gerät langsam startet und der Teig um das Rührgerät „tanzt“ ist er super.

    Leicht klebrig, feucht.

    Es lohnt sich und mit etwas Routine ist das echt fix….dazu ist selbst Lasagne mit frischem Nudelteig super…und viel schneller fertig…dazu kein puzzeln von Teigplatten.

    Und Ravioli….das geht fix, mit dem Spritzbeutel gefüllt.

    Außerdem gibt es so Ravioli, die es sonst nicht gibt…Kürbis, Pilze….

    Und wirklich jeder scheinbar unperfekte Nudelteig, läßt sich spätestens beim ausrollen retten….zu krümelig.. leicht anfeuchten, zusammenklappen…nochmal durchwalzen.

    Aber meist reicht einfach etwas mehlen, zusammenklappen und nochmal durchwalzen!

    (Alle meine Kursteilnehmer, machen Bandnudeln, Ravioli und Lasagne seither selbst!)

    • Eva Dragosits

      Du machst mir wirklich Lust auf selbstgemachte Nudeln 🙂 ! Nochmals Danke für deine vielen Tipps. Vielleicht versuche ich´s nächstes Wochenende 🙂 !
      Liebe Grüße

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