Marillen-Crostata

Marillen-Crostata

In den letzten Wochen habe ich blogmäßig etwas die Orientierung verloren. Das passiert bei mir in regelmäßigen Abständen – da sehe ich so viele Ideen und Kuchen und eindrucksvolle Kreationen auf anderen Blogs, dass ich gar nicht mehr recht weiß, was ich selber backen will. Meine eigenen Vorhaben kommen mir dann im Vergleich unspektakulär vor und ich verliere die Lust und Freude am Backen.

Marillen-Crostata

Zum Glück gehen diese Phasen vorüber. So auch diesmal. Ich habe beschlossen, mich nicht zu sehr beeindrucken zu lassen von meinen lieben BloggerkollegInnen (wobei ich, ehrlich gesagt, wirklich beeindruckt bin von dem, was da geboten wird!!!) und einfach so weiter zu machen, wie ich es möchte und wie ich es kann. Ich bin wieder voll da und motiviert – und ich backe weiterhin, worauf ich Lust habe, auch wenn es mal nicht zur Jahreszeit passt oder ich kein passendes Gebäck für bestimmte Feste auftischen kann!

Marillen-Crostata

Damit bin ich auch schon bei der Marillen-Crostata. Ich wollte die Marillen-Crostata schon seit Monaten backen, habe es aber immer wieder aufgeschoben. Zum Herbst hat sie nicht so richtig gepasst, zu Weihnachten schon gar nicht, und jetzt steht ja eigentlich Ostern vor der Tür und ich sollte Hefegebäck oder ähnliches liefern.

Allerdings wurden die Marillen in der Tiefkühltruhe bei der langen Lagerung nicht besser. Außerdem hatte ich letztes Wochenende richtig Lust auf eine fruchtige Füllung und eine nicht zu üppige Leckerei. Also warf ich alle strategischen Blog-Pläne über den Haufen und buk endlich die Marillen-Crostata.

Marillen-Crostata

Das war meine beste Idee seit langem. Die Crostata schmeckt großartig! Ich hätte sie schon längst backen sollen und werde sie sicher wieder backen. So ein feines Gebäck aber auch! Ein stabiler Mürbteig mit einer dicken Schicht säuerlich-fruchtiger Marillenfüllung, das macht richtig Appetit auf den Sommer!

Die Herstellung der Marillen-Crostata ist für geübte Pie- und Tarte-BäckerInnen kein Problem. Die größte Herausforderung ist das Teiggitter, und das könnt ihr umgehen: Stecht mit Ausstechern beliebige Formen aus und verteilt sie auf der Crostata, das sieht mindestens genauso hübsch aus!

Marillen-Crostata

Der Teig für die Crostata heißt „Pasta Frolla“ und ist derselbe wie für die Italienischen Crostatini mit Marmeladen- bzw. Schokoaufstrich-Füllung. Er enthält viel Butter und Ei und bleibt trotz der Marmeladefüllung stabil. Beim Ausrollen reißt er leicht, lässt sich aber schnell wieder „flicken“.

Marillen-Crostata

Für die Füllung habe ich meine tiefgekühlten Marillen kleingeschnitten und mit Zucker zu einer Marmelade gekocht. Da mir die Menge zu wenig war, mixte ich mit dem Stabmixer ein Glas selbstgemachte Marillenmarmelade vom letzten Sommer dazu. Dann kam noch Zitronensaft in die Füllung.

Ich fand die Füllung perfekt. Wenn ihr weniger Füllung wollt, gebt ihr einfach weniger oder keine Marmelade dazu. Ich persönlich mag diese dicke Fruchtschicht aber sehr gerne, für mich ist sie das Beste an der Crostata!

Marillen-Crostata

Marillen-Crostata

  • Portionen: 1 Tarteform mit 26 cm Durchmesser
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Zutaten

Mürbteig
300 g Mehl
100 g feiner Zucker
¼ TL Salz
125 g Butter (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
1 Ei, groß
2 Eigelb, groß

Füllung
9-10 Marillen (ich: tiefgekühlt, knapp 400 g)
120 g Zucker
500 g / 1 Glas Marillenmarmelade
Saft von ½ Zitrone

Zubereitung
1. Backrohr auf 175° C Umluft vorheizen. Eine Tarteform befetten.
2. Für den Mürbteig Mehl, Zucker und Salz in einer großen Rührschüssel vermischen. Die Butter in kleine Stücke schneiden und dazu geben, ebenso das Ei und die zwei Eigelb. Entweder von Hand oder mit dem Knethaken der Küchenmaschine auf niedriger Stufe zu einem glatten Teig kneten. Den Teig etwa eine Stunde im Kühlschrank kühlen.
3. Während der Teig kühlt, die Füllung zubereiten. Die Marillen mit dem Zucker aufkochen lassen und unter häufigem Rühren etwa 8-10 Minuten köcheln lassen, bis sie ähnlich dick ist wie Marmelade. Vom Herd nehmen. Falls gewünscht, Marillenmarmelade mit dem Stabmixer untermixen. Denn Zitronensaft unterrühren. Abkühlen lassen.
4. Zwei Drittel des gut gekühlten Teigs auf der bemehlten Arbeitsfläche in der Größe der Tarteform nicht zu dünn ausrollen; der Teig sollte etwa 3 mm dick sein. Den Teig in die Tarteform geben. Die Marillenfüllung darüber geben.
5. Den restlichen Teig ausrollen und in etwa 2 cm breite Streifen schneiden. Gitterförmig über die Füllung legen: Ein Streifen längs, einer quer, dann wieder einer längs und einer quer. So erhaltet ihr ein hübsches Gittermuster.
6. Die Crostata etwa 40 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Behaltet sie dabei im Auge – jedes Backrohr ist unterschiedlich, sie sollten nicht zu dunkel werden! Aus dem Backrohr nehmen und komplett auskühlen lassen. Üppig mit Staubzucker bestreuen.

Marillen-Crostata

 

6 Comments

  1. Ja!! Ja!! Sehr gut, Eva!! Ich bin absolut deiner Meinung, was dieses Statement angeht. Mach bloß weiter wie bisher, bzw. wie du Lust hast, denn du weißt, dass ich bin ein Riesenfan deiner Bäckereien bin! Das bist nämlich DU – Eva von Ichmussbacken – und niemand anderes kannst und musst du sein!!

    Mir geht es aber regelmäßig so wie dir, auf einmal weiß ich üüüberhaupt nicht mehr was ich backen will. Ist das zu schlicht, ist das zu aufwändig, passt das nicht in die Jahreszeit? So ein Unsinn! Ich muss mich dann genauso regelmäßig “auf den Pott” setzen (wie man hier im Norden sagt) 😀 ! Nein!, mein Blog – meine Party! Und da gibt es genau das, worauf ICH gerade Lust habe!

    Und so ist deine Crostata mal wieder ein herrlicher Genuss! Gerade jetzt in der fruchtarmen Zeit auch noch ein absoluter Hingucker. Hach, wie gern hätte ich probiert!

    Ganz liebe Grüße Maren

    • Eva Dragosits

      Ja, genau, Maren, das sind die Fragen, die ich mir in solchen Phasen stelle! Passt das, ist das gut genug, wie wird das ankommen, etc. Und dann orientiere ich mich an anderen Blogs statt an meinen persönlichen Vorlieben und Ideen. Und dann bin ich frustriert, weil ich mich gar nicht so happy fühle damit, anderen nachzueifern.
      Ich hätte nicht gedacht, dass es dir auch so geht! Bei deinem Blog sieht alles aus wie aus einem Guss, das bist eben du, und so soll das sein!
      Lass uns darauf anstoßen, dass wir unsere Blogs so gestalten, wie wir es wollen, ja?
      Eine Frage noch: sich “auf den Pott setzen” heißt also, sich durchsetzen? Oder “runterkommen”? Die gefällt mir, die Phrase, jetzt bräuchte ich nur noch die Bedeutung dazu 🙂 !
      Liebe Grüße und bleib wie du bist!
      Eva

      • Liebe Eva,
        ja, darauf stoßen wir an! Auch wenn man sich das selbst immer wieder klarmachen muss und sich selbst (oder gegenseitig) zurechtweisen muss! Genau das meint nämlich der Spruch “jemanden auf den Pott setzen” 😀 .
        Ich stöbere ja auch mit Vorliebe auf anderen Blogs, häufig über Pinterest. Und natürlich ist da auch manchmal der Frust vorprogrammiert, denn es gibt immer genug andere die besser, kreativer und erfolgreicher sind. Doch dann frag ich mich oft, will ich tatsächlich mehr Kooperationen und so? Und die Antwort ist meist Nein (bis auf einige Ausnahmen über die ich mich sehr wohl freuen würde 😉 ). Damit gerate ich aber oft genug unter Druck und gebe meine Freiheit auf, spontan entscheiden zu können, was ich backen möchte. Glücklich und stolz machen mich all die netten und liebenswerten Kontakte von meinen Lesern und BloggerkollegInnen. Die sind für mich das Schönste und Ehrlichste <3 .

        In diesem Sinne gehe ich jetzt mal und fotografiere meine neueste Torte 🙂
        Liebe Grüße Maren

        • Eva Dragosits

          Danke für die Erklärung, Maren! Den Ausdruck werde ich mir merken 🙂 !
          Ich sehe das ganz ähnlich. Die Unabhängigkeit ist mir wirklich wichtig; Backen soll Spaß machen und nicht unter Druck statt finden, weder unter eigenem noch von anderen. Ausnahmen bestätigen die Regel, für manche Kooperationen nehme ich gerne Druck in Kauf 🙂 !
          Am schönsten finde ich es, wenn jemand nachbackt und zufrieden mit dem Rezept ist. Das sind die Highlights 🙂 !
          Ich bin schon mal gespannt auf dein neuestes Werk – bei mir wird es eher simpel bleiben, dafür aber lecker 😉 !
          Liebe Grüße!

  2. Liebe Eva, die Marillen-Crostata sieht super lecker aus. Was wenn sie jetzt nicht richtig passt? Du hast es jetzt gebacken und wolltest das Rezept mit uns teilen. Einige werden es jetzt nachkochen (also wer eingefrorene Marillen hat) andere werden bis zum Sommer warten wenn es frische Marillen gibt.
    Ich weiss auch, dass ich jetzt Oster-Rezepte posten sollte, aber ich bin nicht in der Stimmung jetzt schon was zu backen/ kochen. Vielleicht wird sich das in einer Woche ändern…und wenn nicht…ist es auch kein Weltuntergang 🙂
    LG, Diana

    • Eva Dragosits

      Liebe Diana,
      danke für deine lieben Worte, die freuen mich sehr 🙂 !
      Schön, dass du das ähnlich siehst. Wir sollten backen / kochen, worauf wir Lust haben, und uns auf unseren Blogs so austoben, wie es uns gefällt. Dazu sind sie schließlich da!
      Ich habe jetzt drei Blogjahre ohne verbloggtes Ostergebäck überlebt, es geht also 🙂 !
      Liebe Grüße!
      Eva

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