Esterhazyeckerl auf Teller mit Gabel

Esterhazyeckerl

Manchmal frage ich mich, ob ich es mit dem Foodbloggen nicht ein bisschen übertreibe:  Ich habe die Esterhazyeckerl vor dem Fotografieren mit dem Föhn getrocknet, damit die Glasur nicht so unregelmäßig glänzt. So weit ist es also gekommen. Meine Weihnachtskekse bekommen mehr Styling als ich selbst an manchen Tagen!Esterhazyeckerl Nahaufnahme

Das Rezept für die Esterhazyeckerl habe ich aus dem wunderbaren Backbuch Weihnachten mit den Burgenländischen Hochzeitsbäckerinnen*. Im Burgenland gibt es den Brauch, dass bei Hochzeiten Unmengen an Keksen aufgetischt und auch den Hochzeitsgästen als Geschenk mitgegeben werden. Bei der Hochzeitsfeier sitzen die Gäste beisammen, reden, feiern, tanzen, und essen die ganze Zeit über Kekse. Ich finde das sehr gemütlich und verbindend!

Esterhazyeckerl auf Kaffeetisch

Die Kekse, die bei Hochzeiten serviert werden, schmecken fantastisch, die Sortenvielfalt ist enorm. Glaubt mir, beim Anblick der vielen Keksteller und der Stapel von Kartons voller wunderschöner Kekse kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Das ist ein Paradies für Naschkatzen!

Esterhazyeckerl auf dunkler Platte

Im Burgenland gibt eigene „Hochzeitsbäckerinnen“, die die Kekse für die Hochzeiten backen. In ihrem Backbuch mit Weihnachtskeksen, dem zweiten Backbuch der Hochzeitsbäckerinnen übrigens, geben einige dieser Hochzeitsbäckerinnen netterweise ihre Lieblingsrezepte preis.

Esterhazyeckerl auf dunkler Platte

Esterhazyeckerl auf Steinplatte

Ich bin richtig glücklich mit dem Buch, erstens, weil es Erinnerungen an eine wunderschöne Hochzeit im Burgenland weckt, und zweitens, weil ich nun endlich einige der tollen Kekse, an die ich mich so gerne erinnere, nachbacken kann!

Esterhazyeckerl von oben

Ich habe als allererstes die Esterhazyeckerl versucht. Im Gegensatz zu Esterhazyschnitten, die mit Fondantglasur überzogen werden, erhalten die Esterhazyeckerl einen Zuckerguss aus Milch und Staubzucker. Ich war mir erst nicht sicher, ob dieser Zuckerguss auch funktionieren würde, aber er tut es – und schmeckt auch ähnlich wie eine Fondantglasur.

Esterhazyeckerl Glasur Zubereitung

Insgesamt schmecken die Esterhazyeckerl mit den dünnen Haselnussböden und der feinen Vanillebuttercreme tatsächlich wie Esterhazyschnitten. Die Stücke sind sehr klein und verschwinden mit einem Bissen im Mund. Ich mag sie richtig gerne. Meine Lieblingskekse bleiben zwar nach wie vor die Wachauer Krapferln, aber die Esterhazyeckerl sind ziemlich nahe dran!

Esterhazyeckerl auf weißem Teller

Esterhazyeckerl

  • Portionen: je nach Größe ca. 75 Stück
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Zutaten

Teig
3 Eiklar
75 g Kristallzucker
1 EL Vanillezucker
75 g geriebene Haselnüsse
Saft von ½ Zitrone
15 g Mehl

Creme
1/8 l Milch, laktosefrei
20 g Vanillepuddingpulver
100 g Butter, Raumtemperatur (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
75 g Staubzucker
1 EL Vanillezucker

Glasur
3 EL Milch, laktosefrei
125 g Staubzucker
ca. 20 g dunkle Schokolade oder Kuvertüre, laktosefrei

Zubereitung
1. Backblech mit Backpapier belegen. Backrohr vorheizen auf 170° C Heißluft.
2. Die geriebenen Haselnüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Öl anrösten, bis sie fein duften. Auf einen Teller geben und abkühlen lassen.
3. Eiklar, Zucker und Vanillezucker mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer zu sehr festem Schnee schlagen. Die gerösteten Haselnüsse, das Mehl und den Zitronensaft vorsichtig unterheben.
4. Die Masse dünn und gleichmäßig auf das mit Backpapier belegte Blech aufstreichen. In etwa 8-10 Minuten hell backen. Aus dem Backrohr nehmen und sofort in drei gleich breite Streifen schneiden (bei mir: ca. 10 cm breit, 35 cm lang).
5. Für die Creme einen Pudding ohne Zucker kochen: Das Puddingpulver mit einigen Esslöffeln Milch glattrühren. Die restliche Milch aufkochen, die Puddingpulvermischung unter ständigem Rühren dazugeben. Wenn die Mischung dick wird, vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
6. Butter, Staubzucker und Vanillezucker gut schaumig rühren, den abgekühlten Pudding löffelweise unterrühren.
7. Den ersten Streifen mit der Hälfte der Creme bestreichen. Den zweiten Streifen aufsetzen und mit der restlichen Creme bestreichen. Den dritten Streifen aufsetzen.
7. Für die Glasur die Milch erhitzen, aber nicht aufkochen. Den Staubzucker dazugeben und auflösen. Die Schokolade oder Kuvertüre klein hacken und in einem Topf bei niedriger Hitze schmelzen.
8. Die Glasur über die Schnitten gießen und verteilen. Die Kuvertüre in einen kleinen Plastikbeutel geben, eine Ecke abschneiden. Mit der Kuvertüre dünne Querstreifen auf die Glasur auftragen. Ein Holzstäbchen oder einen Zahnstocher der Länge nach durch die Streifen ziehen, sodass sich das typische Muster ergibt.
9. Die Glasur fest werden lassen, die Esterhazyeckerl dann mit einem scharfen Messer in Stücke von ca. 3 x 1,5 cm schneiden. Das Messer vor jedem Schnitt säubern.

Esterhazyeckerl auf weißem Teller

Kühl aufbewahren!

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6 Comments

  1. Liebe Eva,
    Wo nimmst du nur immer deine tollen Rezepte her ( okay, eigentlich hast du es uns ja erzählt ) . Wirklich, ich würde soo gern mal bei dir sitzen und all deine leckeren Kekse und Leckereien durchprobieren. Eines klingt besser als das andere! Ich freu mich schon auf dein nächstes ❤
    Liebste Grüße Maren

    • Eva Dragosits

      Oja, Maren, das würde mich total freuen 🙂 ! Dann schlagen wir uns die Bäuche voll und quatschen ausgiebig. Und wenn du dann ins Bücherregal schaust, weißt du auch, wo die Ideen herkommen 🙂 !
      Liebste Grüße und viel Vorfreude und Weihnachtsstimmung wünsch ich dir noch!
      Eva

  2. Das Styling hat sich gelohnt. Deine Kekse sehen super aus! LG Daniela

  3. Hallo Eva! Die Fotos sind gewaltig schön, ich würde auch Föhnen …..werde in meiner Familie immer belächelt wenn ich Mehlspeise fotografiere, die stehen schon alle und wollen zugreifen und ich muss vorher ein perfektes Foto machen. Die Schnitte musste ich heute gleich machen, da die Masse nicht so groß ist, ideal zum probieren. Sie schmecken uuuur lecker aber leider ist mir ein schwerer Fehler passiert wusste nicht, dass die weiße Glasur so schnell fest wird, die Schoko war noch nicht bereit. Schaut aber trotzdem toll aus, Danke fürs Rezept. Liebe Grüße Eveline

    • Eva Dragosits

      Oh, vielen Dank für dieses tolle Feedback 🙂 ! Freut mich, dass dir die Schnitte gelungen ist und schmeckt! Ich war/bin mit der Glasur auch nicht ganz zufrieden. Beim nächsten Mal werde ich gekaufte Fondantglasur nehmen. Das ist wahrscheinlich einfacher!
      Liebe Grüße!
      Eva

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