Halloween Tartelettes

Halloween Tartelettes

Eine Mitschülerin von mir bekam im Gymnasium einmal ein Nicht Genügend auf eine Deutsch-Schularbeit, weil sie in ihrem Aufsatz beschrieben hatte, wie ihr beim Kuchenbacken zuerst der Kuchenboden missglückte und anschließend der Pudding für die Creme verbrannte. Die Deutschlehrerin argumentierte, dass im wahren Leben so viel Missgeschick unwahrscheinlich sei; entweder Boden oder Pudding hätten gelingen müssen, auf keinen Fall hätte beides danebengehen dürfen. Aus dramaturgischen Gründen oder so. Meine Mitschülerin versicherte unter Tränen, dass sie ein reales Erlebnis geschildert hatte, aber es nützte nichts.

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Die Deutschlehrerin hätte bei mir letztes Wochenende Zeuge dafür werden können, dass es sehr wohl passieren kann, dass sowohl Kuchen als auch Creme danebengehen können, und einiges mehr ebenfalls noch! Das war eindeutig nicht mein bestes Wochenende.

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Bei diesen Halloween Tartelettes etwa ging so viel schief, dass ich mich fragte, ob sie überhaupt gelingen würden. Zuerst vergaß ich, die Eier in den Mürbteig zu geben. Ich musste sie nachträglich einarbeiten. Dann bereitete ich die Füllung ohne den Schlagrahm zu; ich ließ ihn einfach neben der Schüssel stehen. Ich musste die Füllung aus den Tartelettes herauskratzen, den Schlagrahm dazu geben und die Tartelettes ein zweites Mal befüllen. Mühsam!

Das war aber noch nicht alles. Bei meinem nächsten Backversuch – Pekanschnitten – vergaß ich das Salz, und das Rezept für den Karamellbelag funktionierte nicht. Weiter handelte ich mir einen Strafzettel ein, weil ich plötzlich fix der Meinung war, dass in Wels am Samstag das Parken gratis ist. Und Sonntagmittag habe ich die Pizza verbrannt, weil ich das Backrohr versehentlich auf starke Unterhitze schaltete.

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Am Montag habe ich dann noch mitten im Supermarkt den Einkaufswagen gewechselt und bin mit dem Wagen einer alten Frau davongefahren. Die hat mich ein paar Gänge weiter gefunden und mich sehr freundlich auf meinen Fehler aufmerksam gemacht.

Meine Familie hat sich daraufhin sehr bemüht, mich von allen Dingen fernzuhalten, die ich kaputtmachen könnte, und bat mich, mich gründlich auszuschlafen.

Mittlerweile funktioniert alles wieder. Ich habe die Küche, die Parkregeln und mein Einkaufswagerl wieder im Griff!

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Mit diesen Halloween Tartelettes nach einem Rezept aus Martha Stewarts Martha Stewart’s New Pies and Tarts* (Werbung) wage ich mich nach dem Pumpkin Pie heuer zum zweiten Mal an amerikanische Kürbiskuchen. Mir persönlich schmecken sie; der Geschmack ist allerdings nicht jedermanns Sache. Ich stelle fest, dass hier viele Leute den Pumpkin Pies gegenüber eher skeptisch sind und einen Bogen darum machen. Im Klartext heißt das, dass im Büro die Halloween Tartelettes großteils liegen blieben und die KollegInnen sich lieber an die missglückten Pekanschnitten hielten. Sie reagierten also so ähnlich wie ich selbst bei meinem ersten Kontakt mit Pumpkin Pie; mehr dazu findet ihr hier!

Wenn man nicht gerade wie ich einen sehr schlechten Tag hat, kann bei den Halloween Tartelettes nicht viel schiefgehen. Der Teig ist ein Mürbteig, der vor dem Weiterverarbeiten unbedingt gut kühlen muss. Dann lässt er sich sehr gut ausrollen und ausschneiden.

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Der Mürbteig ergibt 12 „Kürbisgesichter“ mit je 10 cm Durchmesser. Weil ich mir nicht sicher war, ob der Teig für zwölf Stück ausreichen würde, habe ich habe zuerst nur 10 Tartelettes ausgestochen und dann die Augen, Nasen und Münder ausgeschnitten. Die Reste, die dann noch übrig waren, habe ich zusammengeknetet und erneut ausgerollt. Das reichte für zwei weitere Tartelettes.

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Bei den Gesichtern könnt ihr euch natürlich nach Lust und Laune austoben!

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Die Füllung für die Halloween Tartelettes ist schnell zusammengerührt. Am meisten Aufwand macht die Herstellung des Kürbispürees. Ich hatte das bereits auf Vorrat hergestellt und eingefroren, sodass ich es nur mehr auftauen musste.

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Mit den Halloween Tartelettes mache ich mit bei Calendar of Ingredients im Oktober. Nadine von Sweet Pie ist diesmal die Gastgeberin. Leider habe ich wieder mal nur eine der drei vorgegebenen Zutaten verwendet, nämlich den Kürbis. Schokolade und Kaffee ließ ich aus. Mal sehen, welche Zutaten für den November vorgegeben werden, vielleicht kann ich dann mehr als eine Zutat unterbringen!

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Halloween Tartelettes


Zutaten
Mürbteig
300 g Mehl
55 g Zucker
¼ TL Salz
250 g kalte Butter (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
2 Eigelb
2-4 EL Schlagrahm, laktosefrei

Füllung
420 g Kürbispüree
3 Eier
130 g brauner Zucker
250 ml Schlagrahm, laktosefrei
1 TL Zimt
½ TL gemahlener Ingwer
¼ TL gemahlene Nelken
1 TL grobes Salz

Zum Bestreichen 
1 Eigelb
2 EL Schlagrahm, laktosefrei

Zum Fertigstellen
ca. 1 EL Marillenmarmelade

Mürbteig
1. Für das Kürbispüree etwa 1 kg Kürbis (z.B. Hokkaido) in Stücke oder Spalten von etwa 10 x 5 cm schneiden. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Die Kürbisteile mit der Schale nach unten darauflegen und 45-50´ bei 180° C Ober-/Unterhitze rösten, bis der Kürbis weich ist. Aus dem Backrohr nehmen und abkühlen lassen. Das Fruchtfleisch mit dem Löffel aus den Schalen kratzen und mit dem Stabmixer pürieren.
2. Für den Mürbteig Mehl, Zucker und Salz in einer Rührschüssel gut vermischen. Die Butter in kleine Stücke schneiden und dazu geben. Mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer mit dem Knethaken rühren bzw. kneten, bis sich alles zu kleinen Klumpen verbindet. Die Dotter und 2 EL Schlagrahm zugeben und weiterkneten, bis sich alles verbindet, maximal 30 Sekunden lang. Falls der Teig zu trocken ist, etwas Schlagrahm zugeben. Falls nötig, kurz mit der Hand kneten, bis der Teig glatt ist. Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank mindestens eine Stunde kühlen.
3. Den Mürbteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick ausrollen. 12 Scheiben in der Größe der Tarteletteförmchen ausstechen oder ausschneiden und in die Förmchen drücken. 30 Minuten im Kühlschrank kühlen. Die Mürbteigreste zusammenkneten, in Folie wickeln und ebenfalls kühlen.
4. Das Backrohr vorheizen auf 190° C Ober-/Unterhitze.
5. Die Füllung herstellen: Kürbispüree, Eier, Zucker, Schlagrahm, Zimt, Ingwer, Nelken und Salz in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen verrühren.
6. Die Tarteletteförmchen aus dem Kühlschrank nehmen, mit der Kürbisfüllung füllen und 30-35 Minuten backen. Aus dem Backrohr nehmen und abkühlen lassen.
7. Die Mürbteigreste auf der bemehlten Arbeitsfläche ca. 3 mm dick ausrollen. Mit einem scharfen Messer Augen, Nasen und Münder ausstechen. Das Eigelb mit 2 EL Schlagrahm verrühren und die Mürbteig-Teile damit bestreichen. Ca. 12 Minuten backen, bis die Teile goldbraun sind. Aus dem Backrohr nehmen und komplett abkühlen lassen. Auf der Rückseite mit etwas Marillenmarmelade bestreichen und auf die Tartelettes damit in Kürbisgesichter verwandeln.

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Lasst es euch schmecken!

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7 Comments

  1. Ja, das war wirklich übel. Ich habe nur noch gehofft, dass es irgendwann vorbei geht. Das war so peinlich mit dem Einkaufswagen!
    Danke, dass du wenigstens fiktiv ein Tartelette genommen hättest 🙂 !
    Liebe Grüße und ein gutes Wochenende!
    Eva

  2. Hihi, da wird sich jemand spätestens an der Kassa sehr gewundert haben 🙂 ! Jetzt hast du mich aber ein bisschen beruhigt. Also passiert sowas nicht nur mir 🙂 !
    Liebste Grüße und ein konzentriertes, unproblematisches Wochenende!

  3. Danke, das ist lieb 🙂 ! Aha, dann hast du also ähnliche Erfahrungen gemacht. Kürbis als Kuchenzutat ist wohl noch nicht so bekannt, aber was nicht ist, kann noch werden – ich arbeite dran 🙂 !
    Liebe Grüße!
    Eva

  4. Da hattest du aber eine lange Pechsträhne. Bei mir geht auch manchmal das eine oder andere schief, aber zum Glück ist nie so viel auf einmal falsch gelaufen.
    Aber jetzt passt auch bei dir alles, das ist das wichtigste.
    LG, Diana

  5. Danke für das Rezept, die Kinder waren begeistert! Ich backe immer mehr selbst, das macht echt Spass! Und Dank einem Barista Kurs mache ich jetzt sogar mein Latte selber und wie im Kaffeehaus 😀

    • Super, danke für das Feedback! Ich freu mich immer so, wenn ich höre, dass meine Rezepte geschmeckt haben 🙂 !
      Liebe Grüße und lass dir deinen Latte schmecken!
      Eva

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