Brunch in the Dark

Vor über einem halbes Jahr fragte die Erlebnisplattform mydays.at bei mir an bezüglich der Möglichkeit einer Kooperation. Wie ihr seht, hat es sehr lange gedauert, bis es zur Umsetzung kam, aber besser spät als nie!

Mydays bot mir einen Gutschein an, den ich für ein „Erlebnis“ meiner Wahl einsetzen durfte. Nach langem Surfen auf der Plattform (die ich persönlich eher unpraktisch fand und die mich einige Nerven kostete) entschied ich mich für „Brunch in the Dark“ in Schlierbach in Oberösterreich.

So ein Essen im Dunkeln, ganz ohne Sehen, wollte ich schon lange machen. Mich interessierte zum einen, wie man beim Essen zurechtkommt, wenn man nichts sieht. Ob man das Essen ertastet, sich ankleckert, ob man überhaupt genug bekommt und satt wird.

Außerdem wollte ich wissen, wie man das Essen wahrnimmt, wenn man sich ausschließlich auf den Geschmackssinn und den Geruchssinn verlassen muss. Gerade beim Food-Bloggen spielen das Aussehen des Essens, die Gestaltung des Sets und die Qualität der Bilder ja eine ungeheure Rolle. Diese Einflüsse würden im Dunkeln wegfallen. Wie ändert sich dann die Wahrnehmung der Speisen und Getränke? Würde das intensiver schmecken? Oder weniger intensiv? Ich war wirklich neugierig auf diese Erfahrung.

Und weil ich diesen „Brunch in the Dark“ so spannend fand, nahmen mein Mann und ich unsere Teenager-Tochter, M., und ihre Freundin L. mit. Für die beiden zahlten wir den Preis von € 24 pro Person; der Gutschein deckte das nicht ab. Das war aber in Ordnung für mich.

Gestern war es so weit. Um halb zehn am Vormittag fanden wir uns wie bei der Buchung vereinbart bei der SPES Zukunftsakademie ein. Ich muss zugeben, ich habe ein bisschen geschummelt und daheim einen Kaffee getrunken. Ohne Kaffee am Morgen geht bei mir gar nichts, und ich war mir nicht sicher, ob ich im Dunkeln den Kaffee überhaupt finden würde. Wie sich zeigte, war meine Sorge diesbezüglich nicht ganz unberechtigt.

Um halb zehn holte uns Eva, die blind ist, an der Rezeption ab. Wir waren insgesamt zwanzig Personen. Eine Gruppe war zu sechst gekommen, einige waren zu viert, einige zu zweit. Eva führte sie uns aus der Rezeption heraus ins Freie und zu einer Nebentür.

Weil wir so viele waren, ging zuerst Eva mit der Hälfte der Gruppe in den Raum, wo das Frühstück stattfinden sollte. Wir waren bei der zweiten Gruppe, und wirklich gespannt darauf, wie das ablaufen würde und sich anfühlen würde.

Unser Führer war Jörg, der ebenfalls blind ist. Er stellte zunächst sicher, dass wir in unseren Gruppen beisammen waren, dann öffnete er die Tür in den Vorraum, eine Art Schleuse. Als er die Außentür öffnete, war es schon ziemlich dunkel – und als er dann die Tür zum inneren Raum öffnete, war es richtig stockdunkel.

Das ging mir fast zu schnell. Ich hätte das Helle gerne noch etwas länger festgehalten und mich langsam an das Dunkel gewöhnt, aber es ging schon weiter. Jörg ließ uns eine Schlange bilden. Jeder legte die Hand auf die Schulter des Vordermanns, dann folgten wir Jörg, der uns erklärte, dass wir nach dem Handlauf auf der rechten Seite greifen sollten. Der Handlauf führte uns durch einen kurzen Gang führte, dann ging es nach links ums Eck, erneut nach links, und dann war der Handlauf weg. Wir tappten Jörg nach, ich stieß mir den Oberschenkel an etwas an, das sich nach Tischkante anfühlte, dann ging weiter.

Jörg blieb stehen und gab uns genaue Anweisungen. Die ersten beiden unserer Vierergruppe, L. und ich, tasteten nach den Stuhllehne. L. tastete sich weiter zum zweiten Stuhl, ich blieb beim ersten Stuhl, und wir konnten uns setzen. Mein Mann und M. nahmen gegenüber Platz. Ich stellte meine Tasche hinter mich auf den Stuhl, damit niemand darüber stolpern würde. L. behielt ihre Tasche umgehängt, damit sie sie nicht verlieren würde.

Die Empfindungen waren arg. Es war wirklich dunkel. Man sah nichts außer einem Flimmern vor den Augen. Mir wurde fast schwindlig vor Orientierungslosigkeit. Außerdem wurde mir klar, dass es wirklich keinen Sinn machte, dass ich meine Brille trug. Ich hätte sie gerne abgelegt, aber ich wusste nicht, wohin, und wie ich sie je wieder finden sollte.

Dazu kam das Begreifen, dass wir abhängig waren von anderen. Da war nichts mit freier Platzwahl. Ich wäre gerne neben meinem Mann gesessen mit den beiden Teenagern gegenüber von uns, aber die Plätze zu wechseln war unmöglich. Ich war froh, dass ich saß.

Jörg führte mittlerweile die nächsten Gäste zu ihren Plätzen. Wir tasteten inzwischen auf unserem Tisch herum. Auf jedem Platz stand eine Tasse mit Untertasse und einem kleinen Löffel, rechts davon waren Messer, Gabel, Papierserviette. In der Tischmitte standen eine hohe Kanne aus Plastik mit warmem Metalldeckel, ein kleiner Eimer für Tischabfall, und eine niedrige Schale mit irgendwas. Keine Deko, kein Schnickschnack, kein Tischtuch. L. fand heraus, dass sie neben einer Wand saß, und M. und ich stellten fest, dass der Tisch eckig war.

Als alle saßen, erklärte Eva den Ablauf. Zu Beginn gab es wahlwiese Müsli mit Joghurt und/oder Obst, oder eine Eierspeise. Als nächstes würde jeder einen „Tischteller“ mit „verschiedenen Sachen“ bekommen, und wer Lust Süßes hätte, könnte zum Abschluss Marmelade bekommen. Kaffee wäre in der Kanne auf dem Tisch; wer keinen Kaffee wollte, könnte Kräutertee bekommen.

Ich wollte Kaffee, aber mein Mann war schneller. Nur, wie den Kaffee in die Tasse bekommen?!? Ohne etwas zu sehen? Mein Mann werkte eine Zeit lang herum, dann stellte er fest, dass er es geschafft hatte. Er hatte allerdings vor lauter Panik, etwas zu verschütten, nur 3 mm Kaffee in seine Tasse gegossen. Bei seinem zweiten Versuch ging es besser. Ich erhielt den Tipp, beim Eingießen den Finger in die Tasse zu halten, um zu spüren wie viel Kaffee schon drin ist.

Dann war ich dran mit dem Kaffee-Eingießen. Ich war so richtig gestresst! Tasse hochhalten, Kaffeekanne untersuchen, herausfinden, wo der Deckel ist, und dann? Ich hatte echt Panik, dass ich daneben schütten würde, und prüfte mehrfach, ob die Kanne über der Tasse war. Daumen in die Tasse und vorsichtig kippen, weiter kippen, noch weiter, aha, heiß, aufhören. Wie ich beim Trinken merkte, war die Tasse nur halb voll, aber das reichte mir. Ich war heilfroh, dass ich es überhaupt geschafft hatte, Kaffee einzugießen.

Jörg servierte meinem Mann das Müsli. Man hörte Kauen und „Ist das arg“-Kommentare. „Man weiß nicht, was man isst.“ Ich wollte wissen, welches Obst im Müsli sei. „Irgendwelche Beeren.“ „Oh.“ Schlucken. „Das war ein großes Stück Apfel. Ich habe meinen Mund nicht weit genug aufgemacht.“

Eva kam mit der Eierspeise und wollte wissen, wer eine Eierspeise bekam. Es wurde schnell klar, dass wir exakter kommunizieren mussten als „bei Licht“. Nicken, Anschauen, Hände ausstrecken reichte nicht. Also „Drei Eierspeisen, zwei hier rechts, eine links vorne“. So klappte es.

Eve stellte den Brotkorb in die Mitte. Vier Hände trafen sich im Brotkorb, tasteten herum. „Wer ist das?“ „Das bin ich.“ Ich griff mir eine Semmel, mein Mann erwischte irgendetwas mit Körnern.

Wir aßen unsere Eierspeise. Sie war sehr gut, nur konnte ich mich vor lauter Bemühen, nicht auf den Tisch zu patzen, kaum auf den Geschmack konzentrieren. Kommentar von L. rechts von mir: „Jetzt habe ich schon das dritte Mal eine leere Gabel in den Mund gesteckt.“ Ein wenig später: „Ich habe mein Brot verlegt“. M. gegenüber: „Ich glaube, ich bin fertig. Da ist nichts mehr auf meiner Gabel.“ So ähnlich ging es mir auch. Nach mehreren leeren Gabeln vermutete ich, dass ich fertig war.

Warten auf den Tischteller. Wiederum servierte Eva. Sie bat um Ruhe und wollte wissen, wer bei der Anmeldung „laktosefrei“ angegeben hätte. Ich hatte schon ganz vergessen, dass ich das bei der Anmeldung angekreuzt hatte, und freute mich sehr über meinen laktosefreien Teller. Ich fand das wirklich toll, dass diese Möglichkeit angeboten wurde! Damit es keine Verwechslung gab, bekam ich als erste meinen Teller, dann erhielten die anderen Gäste ihre Teller.

Der Tischteller war eine Herausforderung. Eva verriet uns nur, dass „das Verpackte“ die Butter sei, und dass Räucherforelle dabei sei. Wie also wissen, was wo auf dem Teller war? Ich stach mit der Gabel zu und erwischte ein kleines Stück von etwas. Räucherforelle. Ein zweites kleines Stück, ein großes, noch ein großes, fertig. Und jetzt? Als nächstes griff meine Gabel ein Blatt Käse, das ich als Ganzes in den Mund stopfte, und dann kam nichts mehr.

Rechts von mir erklärte L., dass sie alles auf dem Teller betatscht hatte und dann an ihren Fingern gerochen hätte, um herauszufinden, was es war. Sie konnte das meiste identifizieren, wunderte sich aber, warum überall auf dem Teller Aufstrich war. Vielleicht hatte sie den gerade selbst verteilt, sie wusste es nicht.

M. gegenüber erklärte, dass ihr Messer keine Schneide hätte. „Gut so“, meinte mein Mann. „Das wäre wahrscheinlich zu gefährlich im Dunkeln.“ Etwas später ein freudiges „Ah“ von gegenüber, gefolgt von der Erklärung: „Die Schneide ist auf der anderen Seite!“

M. legte sich etwas auf ihre Semmel, das sie für ein Stück Salami hielt, sich aber als Gurke entpuppte. Mein Mann aß alles, glaubt er.

Ich kam mit meiner Gabel nicht weiter. „Esst ihr eigentlich mit den Fingern?“, wollte ich wissen. Drei Mal ja. Also weg mit der Gabel und zugreifen. Ich verrate euch die Details nicht, damit ich euch die Spannung nicht wegnehme, falls ihr selbst eine solche Erfahrung machen möchtet. Nur so viel: Mit der Hand ging es. Ich erwischte alles, musste nicht ganze Käseblätter in den Mund stopfen, sondern konnte abbeißen. Als ich fertig war, war ich wirklich froh über die Serviette!

Zwischendurch schenkte ich mir Kaffee nach. Das war immer noch eine höchst stressige Angelegenheit. Ich hatte das Gefühl, zu gießen, aber die Tasse wurde nicht schwerer und mein Daumen blieb trocken. Ich hoffte, dass ich den Kaffee nicht über die Tischplatte goss. Weiter kippen, ah ja, die Tasse wird schwer, der Daumen heiß, alles gut. Wieder eine halbe Tasse Kaffee erfolgreich eingegossen.

Einige aßen noch, wir hatten noch etwas Zeit bis zur Marmelade. Ich wollte versuchen, den kleinen Rest meiner Semmel aufzuschneiden und mit Butter zu bestreichen. Es klappte richtig gut. Ich war stolz auf mich.

Eva kam vorbei und wollte wissen, ob wir mehr Brot wollten. Wieder war deutliche Kommunikation wichtig. Ich mag es normalerweise gerne, wenn ich mir aus einem vor mir stehenden Brotkorb oder einer Vitrine aussuchen kann, was mich gerade anlacht. Das ging nicht. Eva zählte auf, welche Weckerln und Semmeln es gab, und jeder musste sagen, was er wollte. „Also drei Semmeln rechts und eine links vorne und ein Körnerweckerl links hinten“, hieß es schließlich.

Jörg erkundigte sich, ob jemand Saft wollte. Beide Teenager wollten Orangensaft.

Eva kam schließlich mit der versprochenen Marmelade vorbei. „Wer möchte Marmelade?“ „Wir beiden hier rechts.“ Eva stellte das Schälchen mit der „recht flüssigen Marmelade“ auf meinen Teller, ich griff direkt hinein und stellte das Schälchen zwischen L. und mich. Finger abschlecken – sieht ja niemand – und mit der schon eher mitgenommenen Serviette abtrocknen.

Die Teenager erhielten ihren Saft. Nach kurzem Abtasten waren sie sich einig, dass sich der Saft in Gläsern befand, und dass es wirklich wichtig war, sich zu merken, wo sich das Glas befand. Beide hatten Angst, dass sie den Saft umstoßen würden.

Die Marmeladesemmel war wirklich eine Herausforderung! Die Semmeln aufzuschneiden und die Butter aufzustreichen war leicht. Ein Teil der Butter landete zwar auf meinem Daumen, nur war mir das mittlerweile egal. Aber wie streicht man mit einem Messer flüssige Marmelade auf, wenn man nichts sieht? L. strich und strich, kleckste Marmelade auf ihr Bein, und aß ihre Semmel. „Das ist Erdbeermarmelade“, meinte sie. „Ich rieche sie, aber die Semmel schmeckt nicht danach. Die schmeckt nur nach Butter.“

Ich wollte es besser machen und holte mir mehrere Messer voll Marmelade aus dem Schälchen, verstrich sie, klappte meine Semmel zu und biss erwartungsvoll hinein. Marmeladesemmel war das keine, sondern wie bei L. eine Buttersemmel. Nur an einer Stelle schmeckte sie nach Marmelade. Ich weiß nicht, ob ich mit dem Messer zu wenig Marmelade erwischt habe oder ob die Marmelade auf den Tisch geronnen ist. Mir ist auch ein Rätsel, wie man ohne Sehsinn Marmelade aufs Brot streichen könnte! Das muss wirklich schwierig sein.

Mittlerweile war ich richtig satt. Mir war klar, dass ich wesentlich mehr gegessen hatte als ich normalerweise zum Frühstück esse. Ich hatte ohne die gewohnten visuellen Eindrücke einfach keine richtige Vorstellung von den Mengen, die ich gegessen hatte. Mir fehlte die visuelle Kontrolle darüber. So kam es, dass ich weiter aß, obwohl ich längst satt war – ich wollte einfach wissen, ob und wie ich das mit dem Essen hinbekommen könnte, ohne etwas zu sehen.

An das Dunkel hatte ich mich jetzt gewöhnt. Das Flimmern vor den Augen war nicht mehr so heftig, außerdem war es nun hübsch lila und nicht mehr wie zu Beginn weiß. Schwindlig war mir auch nicht mehr.

Während wir satt darauf warteten, was als nächstes passieren würde, fragten wir uns, wie der Raum wohl aussehen würde. Das war lustig. Für mich war der Tisch eindeutig grau, Tassen und Teller weiß, die Stühle grün. Mein Mann sah ein Kaffeeservice im 70er-Jahre-Stil vor seinem geistigen Auge. Meine Tochter glaubte an pinke Wände, einen Tisch mit Katzenmuster, und weiße Tassen mit braunem Rand, und L. war überzeugt davon, dass die Stühle rot waren.

Als Jörg das nächste Mal vorbei kam, wollte er wissen, ob wir fertig seien oder noch bleiben wollten. Wiederum war Austausch über Blicke nicht möglich. Also ich: „Ich bin fertig, von mir aus können wir gerne gehen, wie sieht es bei euch aus? Passt das für euch?“ Drei Mal ja. Wir mussten aufstehen, ich fasste nach Jörgs Hand, L. klammerte sich an meine Schulter, wir bildeten wieder eine Schlange und tasteten uns hinaus, zuerst durch den Raum, dann den Handlauf entlang.

Unter der Tür in den Vorraum schimmerte ein bisschen Licht durch. Jörg erklärte uns, dass wir entweder Sonnenbrillen aufsetzen oder auf den Boden schauen sollten, wenn wir in den Vorraum gehen, weil unsere Augen jetzt sehr empfindlich seien. Dann führte er uns in den Vorraum und öffnete langsam die Tür ins Freie. Wir starrten auf den Boden – es war so hell, es tat richtig weh in den Augen. Das legte sich aber bald.

Jörg erklärte uns abschließend noch, dass die Zukunftsakademie den Raum nie bei Licht herzeigt, um den Gästen das Erlebnis nicht zu zerstören und ihnen als letzten Eindruck die Dunkelheit zu lassen. Ich hätte zwar richtig gerne unseren Tisch gesehen, weil ich wissen wollte, ob wir ein Schlachtfeld voller Brösel und Kleckse hinterlassen hatten, aber Jörgs Erklärung leuchtete mir sehr ein.

Wir vier sahen immerhin sauber aus. Keiner hatte einen verschmierten Mund oder Essenreste auf dem T-Shirt. Nur klebrige Hände hatten wir alle. Der erste Gang führte uns direkt auf die Toilette, zum Händewaschen.

Den Eindruck, den die Dunkelheit hinterließ, kann ich gar nicht richtig beschreiben. Es war intensiv, anders, irgendwie sogar beruhigend, auf jeden Fall entschleunigend. Man braucht mehr Zeit für alles, und man muss sich diese Zeit und Ruhe einfach nehmen. Die Zeit verging dabei schneller als gedacht. Als wir wieder im Auto saßen, stellten wir fest, dass wir gut eineinhalb Stunden gefrühstückt hatten. Es hat sich deutlich kürzer angefühlt.

Ich fand es auch sehr interessant, wie schnell man Tischsitten und bestimmte Höflichkeitsformen über Bord wirft, wenn es nicht anders geht. Mit den Fingern essen, Daumen in den Kaffee stecken, Körperkontakt mit Unbekannten, mit Bekannten/Freunden, die man normalerweise nicht berührt, wie der Tochter der Freundin, alles kein Problem. Und wozu mit geradem Rücken sitzen, wenn es keiner sieht?

Um auf meine anfangs gestellte Frage zurückzukommen, wie sich das Fehlen von visuellen Eindrücken auf die Wahrnehmung des Essens auswirkt: Vom Geschmack her merkte ich keinen Unterschied. Alles schmeckte wie immer und war am Geschmack, an der Form und der Konsistenz deutlich zu erkennen. Ich merkte aber, dass ich anspruchsloser sein musste als sonst. Ich musste einfach mit dem zufrieden sein, was mir vorgesetzt wurde und was ich erwischte.

Mir fiel jedenfalls auf, dass der Tischteller hübsch und liebevoll hergerichtet war. Das konnte man nicht sehen, aber spüren. Die Wurstblätter waren teilweise gefaltet und lagen ordentlich angeordnet auf dem Teller, Gemüse war dekorativ platziert. Ich fand es beeindruckend, dass Ästhetik sogar dann eine Rolle spielt, wenn man sie visuell nicht wahrnehmen kann

Was ich mir von diesem Brunch im Dunkel mitnehme, ist außerdem das Bewusstsein dafür, dass ohne das Sehvermögen Kommunikation wesentlich exakter sein muss. Mir wurde so richtig bewusst, wie schnell es zu Missverständnissen kommen kann, wenn sich jemand nicht klar genug ausdrückt. Das ist eine Lehre, die man durchaus ins „normale“ Leben mitnehmen kann.

Zu diesem Beitrag gibt es aus naheliegenden Gründen keine Fotos. Damit seid ihr in einer ähnlichen Situation wie wir im Dunkeln – visuelle Eindrücke fehlen! Ich bin schon gespannt, wie dieser „nackte“ Beitrag bei euch ankommt!

Der Artikel entstand in einer Kooperation mit mydays.at. Die Meinung ist meine eigene und wurde davon nicht beeinflusst.

45 Comments

  1. Liebe Eva,

    superspannend geschrieben und bestimmt ein Erlebnis. Ich hab über solch ein Abendessen auch schon mal nachgedacht, bisher habe ich mich aber noch nicht getraut. Ich denke nochmal sehr intensiv darüber nach.

    Einen lieben Gruß mit einem schönen Abend wünscht Dir

    Petra

    • Liebe Petra,
      danke für das Lob! Ich muss zugeben, ich hatte zu Beginn richtig ein bisschen Angst. Das hat sich aber schnell gelegt – und irgendwann fühlte ich mich richtig wohl dort im Dunkeln. Ich kann dir einen Versuch nur empfehlen!
      Liebe Grüße und eine gute Woche!
      Eva

  2. Spannend, Eva! Auch hier gab es am Ort vor längerer Zeit einmal die Möglichkeit zu einem Dinner in the dark. Ich war feige … Deshalb habe ich mir deinen Bericht sehr aufmerksam durchgelesen. Interessant finde ich, dass du das Erlebnis entschleunigend fandest. Kann ich gut nachvollziehen.
    Danke für diesen wirklich ausführlichen und anschaulichen 😉 Beitrag.
    Liebe Grüße Maren

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  17. Liebe Eva!
    Das hat du super beschrieben!
    Ich habe das mal erlebt, als bei uns \“Die Stadt der Blinden\“ aufgeführt wurde. Und da war ich zum Abendessen im Dunkeln eingeladen, welches zum Rahmenprogramm des Theaters gehörte! Ist schon ewig her, aber durch deine Beschreibung ist es gerade wieder hier! 🙂
    Danke für deine Bewusstmachung!
    Liebe Grüße
    Maria!

    • Das klingt nach einem tollen Erlebnis / Theaterabend!
      Ein Abendessen im Dunkeln würde mich auch interessieren. Suppe zu essen, zum Beispiel, stelle ich mir sehr schwer vor. Oder Salat! Mich beschäftigt das immer noch, das war wirklich ein starker Eindruck.
      Liebe Grüße
      Eva

      • Ja, es war wirklich ein sehr intensives und prägendes Erlebnis!
        Gibt es nicht in Wien so ein Restaurant \“Blinde Kuh\“ oder so, wo man eben Abendessen kann? Ich meine, dass es da so ein Lokal gibt!
        Muss ich mal googlen! 🙂
        Liebe Grüße
        Maria!

        • Danke für den Tipp! Ich werde mich mal schlau machen bzgl. Wien und \“Blinde Kuh\“.
          Vielleicht sollten wir dort ein Bloggertreffen im Dunkeln veranstalten 😉 ! Wäre sicher sehr spannend!
          Liebe Grüße!

          • Ja, das wäre cool!
            Dann müssten aber alle ihre Fotoapparate zu Hause lassen, und ob da die Bloggercrew glücklich wäre? *hihi*
            Muss grad schmunzeln!
            Liebe Grüße an dich!

          • 🙂 Hast recht, Blogger ohne Fotoapparat, das ist ein Widerspruch!
            Ich hab übrigens gegoogelt. Die Blinde Kuh ist in Innsbruck, in Wien gibt´s das Restaurant Noir. Das scheint aber gerade wegen Erkrankung des Geschäftsführers geschlossen zu sein. Dunkel-Restaurants gibt es mittlerweile scheinbar recht viele!
            Liebe Grüße
            Eva

          • Oh schade!
            Vielleicht gibt es noch was anderes!
            Ist sooo toll! 🙂
            Viele liebe Grüße
            Maria!

  18. … ich schließe mich an…
    Liebe Eva,
    super geschrieben und es macht mir Mut, DAS auch auszuprobieren, immerhin habe ich ja letztes Jahr einen solchen Gutschein gewonnen …..
    Ganz zauberhafte Grüße …. Katja

  19. Ein toller Bericht! Ich will das auch unbedingt mal machen und plane schon mit Freunden für kommendes Jahr, in Basel, also nicht so weit von uns, gibt es die \“Blinde Kuh\“, wo man laut der einen Freundin gut essen kann. Ich bin schon sehr gespannt, ob ich das Essen im Dunkeln ähnlich erleben werde wie du!
    Liebste Grüße
    Judith

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