Sächsische Rhabarberschnitte

Ich backe seit über 20 Jahren immer wieder denselben Rhabarberkuchen, nämlich diese Sächsische Rhabarberschnitte. Da ich ständig neue Rezepte ausprobiere und kein Fan von Back-Routine bin, will das etwas heißen!

Ich habe natürlich auch andere Rhabarberkuchen gebacken und mich an verschiedene Rezepte gewagt, lande aber letztendlich immer wieder bei diesem absoluten Rhabarber-Lieblingskuchen. Ein Boden aus knusprigem Mürbteig, darauf Erdbeermarmelade, dann eine Schicht Biskotten unter einer dicken Lage Rhabarber, darüber ein Marzipan-Schlagrahm-Topping und eine Zimtzucker-Kruste. Die Biskotten saugen sich beim Backen mit dem Rhabarbersaft und dem buttrigen Marzipan-Topping voll, die Aromen von Rhabarber, Marzipan, Butter und Zimt vermischen sich und ergeben eine köstliche süß-sauer-cremig-knusprige Geschmacksexplosion. Ganz großer Genuss!

Wie ihr aus der Beschreibung erkennen könnt, ist die Sächsische Rhabarberschnitte aus Sonntagskuchen & Festtagstorten* (Werbung) von Karl Neef nicht gerade kalorienarm. Für die, die es genau wissen wollen: In diesem Kuchen verschwinden insgesamt ein gutes halbes Kilogramm Butter und sieben Eier! Ich mag es normalerweise nicht so gerne, wenn ein Kuchen so viel Fett und Eier enthält. Bei diesem Rezept passt´s aber, die Rhabarberschnitte schmeckt einfach hervorragend. Zudem esse ich ja nicht riesige Mengen davon, sondern nur ein oder maximal zwei kleine Stücke am Tag. Ich finde, hie und da kann man sich so einen Genuss ruhig ohne schlechtes Gewissen gönnen – und dann soll es auch richtig gut schmecken!

Dass die Sächsische Rhabarberschnitte so üppig ist, hat außerdem einen Vorteil: Sie ist hervorragend geeignet für Familienfeiern oder Buffets, wo eine große Menge von Gästen bewirtet werden will. Mit dieser Rhabarberschnitte werden wirklich viele satt, glaubt mir! Ein Mal backen, und schon könnt ihr bis zu 20 Gäste glücklich machen. Das ist doch ideal!

Die Sächsische Rhabarberschnitte lässt sich zudem gut einfrieren. Wenn wirklich etwas übrig bleiben sollte, ab damit in die Tiefkühltruhe und später genießen!

Wer allerdings einen leichten Obstkuchen sucht, wird mit dieser reichhaltigen Schnitte nicht glücklich. Vielleicht ist in diesem Fall der Joghurtkuchen mit Pfirsichen etwas für euch, der Orangen-Mandel-Gugelhupf, oder der Marillen-Kirsch-Auflauf mit Streuseln!

Die Zubereitung der Sächsischen Rhabarberschnitte ist einfach. Der zeitaufwändigste Teil dabei ist das Schälen des Rhabarbers. Jetzt, zu Beginn der Rhabarberzeit, ist er jung und knackig und relativ leicht zu schälen. Im Lauf der Rhabarberzeit wird er holziger, dann wird auch das Schälen mühsamer.

Sächsische Rhaberberschnitte 11

Neef verwendet 2200 g Rhabarber, also gut zwei Kilo. Ich hatte diesmal leider nur ein Kilo, habe die Schnitte aber schon öfter mit ca. zwei Kilo Rhabarber gebacken. In diesem Fall ist mehr wirklich besser; die Rhabarberschnitte wird dann saftiger und der süß-sauer-Kontrast verstärkt sich. Ich gerade schon wieder ins Schwärmen, wenn ich nur daran denke!

Sächsische Rhabarberschnitte

Beim Anrühren des Toppings ist es wichtig, dass ihr das Marzipan zuerst mit einem kleinen Teil der Butter verrührt, bis ihr eine homogene Mischung habt. Sonst kann es passieren, dass sich Marzipan und Butter nicht vermischen und ihr stattdessen eine Art Buttercreme mit Marzipan-Stückchen erhält. Aber selbst wenn das passieren sollte, ist nichts verloren – beim Backen wird die Masse trotzdem fest und schmeckt, wie sie sollte!

Sächsische Rhabarberschnitte


Zutaten
Mürbteig
450 g Mehl
150 g Zucker
300 g Butter (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
1 Prise Salz
1 EL Vanillezucker
2 Eidotter
Belag
150 g Erdbeermarmelade
250 g Biskotten, laktosefrei (z.B. Manner)
2200 g Rhabarber, evtl. weniger (ich hatte 1 kg)
Topping
250 g Butter, Zimmertemperatur (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
100 g Marzipan
5 Eier, Zimmertemperatur
150 ml Schlagrahm, laktosefrei
40 g Mehl
Zimtzucker
80 g Zucker
1 gestrichener Teelöffel Zimt

Zubereitung
1. Mürbteig zubereiten. Für die Zubereitung in der Küchenmaschine die trockenen Zutaten in eine große Schüssel geben, Dotter und in kleine Stückchen geschnittene Butter dazu geben und mit dem Knethaken zu einem Mürbteig kneten. Eventuell gegen Ende nachhelfen und mit der Hand zu einem glatten Teig kneten.
Für die Zubereitung von Hand die trockenen Zutaten auf die Arbeitsfläche geben und eine Mulde formen. Butter und Eidotter in die Mulde geben und mit kalten Händen rasch zu einem glatten Mürbteig kneten. Mürbteig etwa eine Stunde im Kühlschrank kühlen.
2. Das Backrohr vorheizen auf 180° Ober-/Unterhitze. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Einen Backrahmen auf die Größe des Blechs einstellen und auf das Backpapier setzen.
3. Den Mürbteig auf die Größe des Bachrahmens ausrollen. Auf das Backpapier legen, den Backrahmen um den Mürbteig setzen. Den Mürbteigboden händisch nachbessern, sodass ihr eine glatte Bodenplatte habt, die den gesamten Backrahmen ausfüllt. Im Backrohr 10-11 Minuten zart backen. Die Oberfläche soll nicht mehr „teigig“ sein, sondern ganz hell und „gebacken“.
4. Während der Mürbteig im Backrohr ist, das Topping zubereiten. Dafür Marzipan mit ca. 50 g weicher Butter zu einer homogenen Masse rühren. Die restliche Butter dazu geben und gut schaumig rühren. Nach und nach die Eier zugeben und jeweils gründlich unterrühren. Zuletzt den Schlagrahm einrühren, dann das Mehl.
5. Den zart gebackenen Mürbteigboden aus dem Backrohr nehmen. Die Erdbeermarmelade darauf verstreichen. Die Biskotten eng nebeneinander auf den Boden geben. Den Rhabarber gleichmäßig darüber verteilen. Das Topping darüber geben, über dem Rhabarber verteilen und glatt streichen. Im Backrohr ca. 40 Minuten backen. Der Kuchen sollte goldgelb sein. Aus dem Backrohr nehmen.
6. Zucker und Zimt vermischen und gleichmäßig über den heißen Kuchen streuen.

Sächsische Rhabarberschnitte 1

 Sächsische Rhabarberschnitte 12

Lasst es euch schmecken!

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20 Comments

  1. Da läuft mir ja beim Anschauen schon das Wasser im Mund zusammen! Toll!

  2. Den werde ich auch versuchen. Zur Zeit backe ich verschiedene Rhabarberkuchen .Aber so einen habe ich noch nicht entdeckt…Sieht köstlich aus.

    • Ich hoffe, du wirst genauso begeistert sein wie ich! Ich würde mich total freuen, wenn du mir dann sagst, wie er dir geschmeckt hat!
      Liebe Grüße
      Eva

  3. Liebste Eva,
    Was für ein außergewöhnlicher Kuchen! Was für ein tolles Rezept! Das werde ich auf jeden Fall einmal ausprobieren. Danke dafür!
    Auch dein neues Blogdesign ist wirklich sehr schön geworden und dein Foto ist so hübsch. Hach, jetzt gerate ich ins Schwärmen 😉 !
    Ganz liebe Grüße Maren

    • Liebe Maren, danke! Der Kuchen ist wirklich etwas Besonderes. Ein Versuch wird dich überzeugen 🙂 !
      Du bist die erste, die etwas zum neuen Blogdesign sagt, danke für das Lob! Ich hoffe, dass das Design gut rüberkommt. Fertig bin ich noch nicht damit. WordPress Support und ich stehen in intensivem Kontakt… WordPress will nicht so, wie ich es will. Ich bin vermutlich nicht die einzige, der es so geht!
      Liebe Grüße
      Eva

  4. Liebste Eva,
    Was für ein außergewöhnlicher Kuchen! Was für ein tolles Rezept! Das werde ich auf jeden Fall einmal ausprobieren. Danke dafür!
    Auch dein neues Blogdesign ist wirklich sehr schön geworden und dein Foto ist so hübsch. Hach, jetzt gerate ich ins Schwärmen 😉 !
    Ganz liebe Grüße Maren

  5. Guten Morgen Eva,
    ich stehe mit WordPress auch ständig auf Kriegsfuss. Heute werde ich die Zutaten einkaufen und am Wochenende starte ich mit deinem Rhabarberkuchen. Auf jeden Fall berichte ich .
    Liebe Grüße
    Ilona

  6. Was sind denn Biskotten ?

    • Nach Internet-Recherche und einem Blick ins Rezept: Biskotten sind Löffelbiskuits! Ich wusste nicht, dass \”Biskotten\” österreichisch ist 🙂 ! Wieder was dazugelernt!

  7. 🙂 Ein Glück, dass es Google gibt!

  8. Barbara (Barbaras Spielwiese)

    Die Sachsen und Thüringer sind ja für ihre Blechkuchen bekannt – von diesem hier habe ich noch nie gehört, aber klingt beim Lesen so richtig mundwässrig. Lecker! Davon hätte ich jetzt gerne ein Stück! 🙂

    Marzipan und Butter wollen sich bei mir auch nicht immer vermischen… Gute Idee, erst einen Teil Butter zu nehmen.

    • Das wusste ich nicht, dass Sachsen und Thüringer für Blechkuchen bekannt sind! Gut zu wissen 🙂 !
      Ob dieser Kuchen hier wirklich \”Sächsisch\” ist, weiß ich nicht. Aber egal wie er heißt und woher er kommt, er schmeckt!
      Liebe Grüße
      Eva

  9. Pingback: Rhabarberwähe | I.Lonas Kreativ - Atelier

  10. Geht mir ganz ähnlich und ich backe eigentlich jedes Jahr den gleichen Rhabarber- oder Erdbeerkuchen, weil ich weiß, dass sie mir durch die Routine ganz gut gelingen. Aber ein wenig Variation wäre schon schön und die sächsichen Rhabarberschnitten habe ich zum Beispiel auch noch nie gegessen. Bin schon gespannt, wie sie mir schmecken und besonders die Kombi mit Marzipan klingt superlecker. Da darf dann auch mal mehr Butter als üblicherweise im Kuchen sein.

    • Bei mir macht´s der Mix aus. Manchmal habe ich Lust auf Bewährtes, das garantiert gelingt, dann muss ich wieder mal was ausprobieren, das vielleicht super schmeckt, vielleicht aber auch nicht. Hauptsache Abwechslung!
      Ich hoffe, dir schmeckt die Sächsische Rhabarberschnitte! Ich hatte gedacht, dass die in Deutschland bekannt ist, so wie \”Frankfurter Kranz\”, aber scheinbar ist das nicht so. Ich habe sie außer in dem erwähnten Backbuch von Karl Neef auch noch nirgends gesehen. Vielleicht hat er sie sich ja ausgedacht?
      Liebe Grüße
      Eva

  11. Pingback: Sächsische Rhabarberschnitte | I.Lonas Kreativ - Atelier

  12. Gertrud Henseling

    Liebe Eva,
    habe heute deine Sächsische Rhabarberschnitte nachgebacken.Nach unserer Maiwanderung mit ca.25 Personen gibt es am Nachmittag traditionell selbstgebackenen Kuchen.Alle Frauen waren so begeistert von deiner Sächsischen Rhabarberschnitte,dass ich deinen Blog weitergegeben habe.DANKE für das Rezept.

    Liebe Grüße
    Gertrud

    • Eva Dragosits

      Liebe Gertrud,
      vielen Dank für diese tolle Rückmeldung 🙂 ! Es freut mich riesig, dass es euch so geschmeckt hat – das motiviert mich zum Weitermachen 🙂 ! Danke Danke Danke! Und Danke auch für´s Weitergeben meines Blogs 🙂 !
      Liebe Grüße und eine schöne Woche!
      Eva

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